506  Die  einzelnen  Universitäten.

Auf  die  einzelnen  Fakultäten  verteilt  sich  die  Zahl  wie  folge:

Zuhl  der  Studierenden  der

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&amp;  evang.-theol.  Rechts-  medizinischen  philosoph.  Zahn-DeInenter

  Fakultät  wissenschaft  Fakultüt  Fakultät  heilkunde
5.103...  262  1110  433  1764  36
W  1902,03  .  260  1221  4%  1754  33
W.  1900  .  _  _  _  —  -
W.  18%  359  s8  667  980  2
Ww.  189  .  .  565  10%  913  859  37
W.  1880.  .  474  1022  465  1365
W.  1870...  407  519  237  605  —_
WIE  .  .  259  267  194  154  —
W.1850  .  .  181  410  2310  101  _

Zahl  der  zugelassenen  weiblichen  Sıudierenden:

Ss.  1903:  58.  \W.  1902  03:  67  NS.  1902:  53  \W.  1901  02:  73  8.  1901:  69.

3.  Ältere  Zustände.

Auf  wissenschaftlichefn  Gebiete  galt  die  Universttät  Leipzig  gleich  Cöln  zu
Beginn  des  16.  Jahrhunderts  als  eine  Hochburg  der  Scholastik.  „Nicht  den  Geist  der
Forschung  anzuregen  war  das  Ziel  des  Unterrichts.  Viehnehr  sollten  die  festgegebenen
Thesen  der  Wissenschaft  überliefert,  schlapfertire  Kimpen  für  deren  Verteidigung  ausgebildet
  wenden.“  Wohl  war  der  Ilumanist  Petrus  Inder  im  Jahre  1462  auf  kurze  Zeit
in  Leipzig  erschienen,  aber  e&amp;  war  ihm  nicht  gelungen  für  seine  Richtung,  die  er  m
hochtönenden  Phrasen  befürwortete,  viel  Anklang  zu  Inden.  Auf  die  damaligen  Zustände
von  Leipzig  sind  die  Epistolae  virorum  obscurorum  größtenteils  gemünzt,  die  in  Erfurt,
wo  der  Ilumanısmus  in  dem  „Ordo  Mutiani“  blühte,  entstanden  sind.

Herzog  (Gseorg  von  Sachsen  suchte  im  Anfang  des  16.  Jahrhunderts  vergeblich
Reformen  durchzuführen.  Sein  Nachfolger,  Ilerzog  leinrich,  führte  die  Reformation  im
ganzen  Lande  ein,  aber  die  Kochschule  fit  doch  zunächst  darunter.  Für  sie  hatten  die
Wittenberger  auf  Erfordern  des  Kurfürsten,  der  faktisch  auch  im  Hlerzogtum  herrschte,
eine  Instruktion  ausgearbeitet;  bei  den  Iandständen  aber  bestand  gar  kein  Interesse  für
die  Universität.  Erst  Kaspar  Borner,  der  1539—1543  dreimal  Rektor  war  sowie  neben
ihm  Joachim  Camerarius,  der  ihn  in  dieser  Würde  ebenfalls  dreimnl  folgte,  gelang
es  unter  Anrufung  des  huchgesinnten  Landesherrn  Moritz  von  Sachsen  einen  entscheidenden
  Unwchwung  herbeizuführen.  Sie  erlangten  eine  überaus  reichliche  Dotatien,
2000  Goldjnulden  jährlich,  die  Leipzig  zur  reichsten  Universität  Deutschlands  machte.
Die  Gebäude  «des  Paulinums,  eines  sakularisierten  Dominikanerklosters,  wurden  der  Universität
  überwiesen  und  für  die  Studenten  «durch  Errichtung  eines  Konvikts  gesorgt.
llervorragende  Männer  wie  der  Mathematiker  Joachim  Rheticus,  der  ‘Theologe  Alexander
Alesius,  der  Philosoph  Wolfgang  Meurer,  Bernhard  Ziegler  u.  a.,  von  auswärts  benulen,
nahmen  sich  der  Ausbildung  der  wißbegierigen  Jugend  wacker  an.  Die  von  Camerarius
verfaßten  Statuten  vom  Jahre  1559  brachten  den  Abschluß  der  Keltorm.  Leider  hatte
dieselbe  keinen  dauernden  Erfolg.  Bald  war  alles  wieder  in  größter  Dürftügkeit.  Fine
Periode  der  Stagnation,  besonders  in  den  änßeren  Kinrichtungen,  hub  an,  die  bis  in»
19.  Tahrhundert  hineinreichte.

Dennoch  läßt  sich  nicht  leugnen,  daß  während  des  18.  Jahrhunderts  viele  wackere
tüichtipe,  zum  Teil  hervorragende  Gelehrte  an  der  Hochschule  tätig  waren.  Neue  I.chrstühle