Die  Königl.  Sachsische  Universität  Leipzig.  507

entstanden  für  sächsisches  T.ehnrecht,  für  Natur-  und  Völkerrecht,  für  Kirchengeschichte,
für  Ökonomie  und  Naturgeschichte,  für  arabische  Sprache  usw.,  die  mit  Männern  besetzt
wurden,  die  sich  «durch  vorzügliche  literarische  leistungen  und  anzuerkennende  I.ehrtalente
  auszeichneten.  Unter  den  Theologen  erscheinen  der  gelehrte  Dr.  Saın.
Deyling  (+  1756),  Joh.  Georg  Rosenmüller,  aus  Gießen  berufen,  der  als  Superintendent
1815  starb,  Sam.  Fr.  Nathan  Morus  von  echt  humanistisch  und  theologischer  Gelehrsamkeit,
  Chr.  Aug.  Crusius,  cin  Gegner  der  Leibnitz-Wolßschen  Schule  (+  1775),  Joh.  Chr.
Stemler,  Joh.  Aug.  F.ırnesti.

Bei  den  Juristen  verdienen  genannt  zu  werden:  Berger,  Wernher,  Born,  Hommel
(Vater  uud  Sohn,  ersterer  7  1781),  Fr.  Plutner,  Aug.  Flor.  Rivinus,  Jo.  Gli.  Seeger,
Jo.  Gfr.  Sammet,  der  kenntnisreiche  Rechtshistoriker  Jo.  Aug.  Bach,  der  geschätzte
Zisilist  Gfr.  Mascov  (+  1760),  der  geleierte  Staatsrechtslehrer  Jo.  Jac.  Mascov  (+  1761),
Jo.  tifr.  Bauer  (7  1769).

Unter  den  Medizinern  glüuzen  der  als  Patholug  renommierte  Jo.  Ernst  Hebenstreit
  (+  1757),  Chr.  Gl.  Ludwig  (4  1773,  Au.  Wilh.  Platz  ct  17841,  der  Kliniker  Jo.  Karl
Gehler  (+  17961,  der  Anatom  Carl  Christ.  Krause  (7  1793),  der  Anatom  und  Chirurg
Jo.  Gott.  Haase  (7  1801).

Unter  den  Mitgliedern  der  philosophischen  Fakultät  durften  die  bekanntesten
Jo.  Christ.  Gottsched  und  Christian  Fürchtegott  Gellert  sein.  Im  übrigen  glänzen  algründliche
  Altertum,forscher  noch  vor  Böhme  und  Wenk  die  beiden  Mencke,  Ludwig
Otto  und  Burchard,  Joh.  Fr.  Christ  (+  1756),  der  feinsinnige  Begründer  einer  neuen
Richtung  und  L.iterarhistoriker  Chr.  Gottlieb  Jöcher  (}  1758),  der  weitgereiste  Joh.  Chr.
Lünig  (+  1740).  Als  Humanist  erwarb  sich  Fr.  Wolfgang  Reiz  einen  berühmten  Namen
(7  17901.  Erst  Platner  tat  sich  in  zwei  Fakultäten,  als  Mediziner  und  Philosoph,  hervor.
Zu  den  berühmten  Mathematikern  und  Physikern  gehörten  G.  Heinstus,  Abrah.  Gottlı.
Kästner,  der  gleichzeitig  als  Epigrammendichter  bekannt  war  und  1756  nach  Göttingen
übersiedelte,  Joh.  Hleinr.  Winkler,  dessen  Forschungen  über  Elektrizität  selbst  die  Aufmerksamkeit
  Franklins  auf  sich  lenkten  (+  17701,  Joh.  Sum.  Traug.  Gehler,  Verfasser
eines  pliysikalischen  Wörterbuchs  und  Karl  Fr.  Hindenburg  (7  1806).

Trotz  alledem  behält  es  seine  Richtigkeit,  daß  bis  in  die  ersten  Jahrzehnte  des
19.  Jahrhunderts  Leipzig  Einrichtungen  aufwies,  die  sich  mit  wenigen  und  unwesentlichen
Änderungen  seit  dem  Aufange  des  15.  Jahrhunderts  und  etwa  nach  Finfuhrung  der
Kirchenverbesserung  um  die  Mitte  des  16.  Jahrhunderts  erhalten  hatten.  An  Anstalten
zur  Ausbildung  der  Studenten,  Bibliotheken,  Museen,  Instituten,  I.aboratorien  war  Leipzig
hunter  der  Mehrzahl  der  deutschen  Universitäten  zurückgeblieben.

4.  Neuere  Entwicklung  und  Finanzverhältnisse.

Dem  gegenüber  besann  die  Reform  mit  dem  Reskript  von  1704,
das  den  Professoren  bedeutende  Zuschüsse  aus  der  Schulkasse  ın  Schulpforta
  und  der  Rentkamnier  zuwies,  wozu  die  Stände  ein  Kapital  von
30  MW  Reichstalern  im  Jahre  1805  bewilligten  und  einige  Einkünfte  aus
aufzehobenen  thüringischen  Ordensgütern  kamen.  Die  Fakultätsinstitute
  konnten  einige  Förderung  erfahren  und  einige  akademische
Gebäude  repariert  werden.  Indes  die  königliche  Kommission,  die
1808  tagrte,  erreichte  nichts  und  wenn  auch  bei  der  Säkularfeier  der
Hochschule  derselben  manche  sie  begünstigende  Zuwendungen  zuteil
wurden,  mußte  doch  die  napoleonische  Herrschaft  die  weitere  Entwicklung
  henimen.  Nach  dem  Frieden  wandte  König  Friedrich