512  Die  einzelnen  Universitäten,

(.  Fechner,  die  Astronomen  A.  F.  Möbius,  C.  Isenhus,  Zollner,  die
Zoologen  Pöppig  und  Leuckart,  die  Chemiker  Herm.  Kolbe  und  Wislicenus,
  der  Physiker  G.  Wiedemann  und  der  Mineralog  C.  Fr.
Neumann.

Das  allmähliche  Anwachsen  der  Universität  veranschaulichen  die
Zahlen  der  jeweilig  zur  Verfügung  stehenden  L.ehrkräfte  in  der  nachstehenden
  Übersicht.

Zahl  der  L.ehrer.

‘
j

Ordentliche  Ordentl,  Außerurdent!].  Privatj

  Semester  Lektoren
:  Professoren  Hon.-Prof.  Prof.  dozenten
Ss.  1903  66  7  33  56  4
S.  1878  62  9  53  43  1
Ss.  1850  43  —_  33  26  2
Ss.  1820  33  —  20  25  4

Der  Wandel  der  Zeiten,  der  in  dhesen  /ablen  zum  Ausdruck  kommt,  war  ein  betrachtlicher.
  Die  philosophische  Fakultät,  ursprünglich  die  Facultas  artium,  die
Artistenfakultät  —  erst  seit  1550  kommt  die  Bezeichnung  collegium  philosophicum  auf  —
bildete  die  Grundlage  des  Lehrkörpers.  Man  moßte  bei  ihr  Magister  geworden  sein,
wenn  man  die  I.chrbefugnis,  in  welcher  Fakultät  immer,  erlangen  wollte,  was  in  älterer
Zeit  mit  der  Erwerbung  des  akademischen  Grades  identisch  war.  Sie  hatte  seit  1558,
nachdem  die  walzenden  Vorlesungen  —-  lectiones  volventes  —  abgeschafft  waren,  9  Professuren:
  Grammatik,  Dialektik,  Rhetorik,  Mathematik  und  Astronomie,  Organi  Aristotelici,
  Ethik  und  Pohtik,  Physik,  Poetik.  Dieser  Kursus  hatte  sich,  nur  unter  anderen
Bezeichnungen,  noch  im  Jahre  1768  erhalten,  nämlich  als:  Iatein  und  Griechisch,  Vernunftlehre,
  Eloquenz,  Mathematik,  Metaphysik,  Moral  und  Politik,  Naturlehre,  l’oesie  und
Geschichte.  Es  waren  im  Laufe  der  Jahre  die  mathematischen  Fächer  zusammengelegt
zu  einer  Professur  und  der  Lehrauftrgr  für  Poetik  in  2  Teile,  Poesie  und  Geschichte,
zerlegt  worden.  Das  war  bereits  zu  Beginn  des  17.  Jahrhunderts  vor  sich  gegangen.
Der  catalogus  lectionum  vom  Jahre  1777  weist  unter  den  lectiones  Philosophonim  10
Ordinanate,  10  Extmordinarutce  und  15  Privatdozenturen  auf.  Vie  außerordentlichen
P’rofessuren  entstanden,  indem  ınan  schon  seit  dem  16.  Jahrhundert  anfing,  besondere
l.chraufträge  zu  erteilen.  Seit  dem  19.  Jahrhundert  fanden  dann  die  praktischen  und  technischen
  Fächer,  die  wissenschaftlich  eine  iminer  größere  Vervollkommung  erfahren  hatten,
Aufnahme;  ja  im  Jalıre  18:36,  als  es  sich  um  die  Begründung  einer  Professur  für  technische
  Chemie  handelte,  wurde  lebhaft  die  Errichtung  einer  fünften,  technisch-reulistischen
Fakultät  erwogen.  Eine  Einigung  wurde  nicht  erzielt,  aber  auch  die  anderswo  üblich  gewordene
  Zerreißung  der  Fakultät  in  zwei  Gruppen,  eine  geisteswissenschaftliche  und  in
eine  naturwissenschaftliche,  abgelehnt,  Vie  Astronomie  eroberte  sich  gleich  der  Naturgeschichte
  erst  im  Jahre  1812,  obwohl  duch  eine  der  chrwürdigsten  Wissenschaften,  einen
Sitz  in  der  Fakultät.  Die  Näturgeschichte  zertiel  erst  seit  1845  zunächst  in  die  Professuren
  für  Botanik  und  für  Mineralogie,  zu  denen  sich  zwei  Jahre  später  die  Zoologie
gesellte,  Die  Chemie  als  besonderer  Lehrstuhl  erscheint  seit  1836  und  wurde  1865  durch
die  Überführung  des  l.chrstahls  für  allgemeine  Chemie  aus  der  medizinischen  Fakultät
vervollständigt.  Eine  ordentliche  Professur  der  Nationalökonomie,  die  anfangs  uber  noch