Die  Königl.  Sächsische  Universität  Leipzig.  515

Erwägungen  zum  Ankauf  eines  Bauplatzes  im  Westen  der  Stadt  ---heute
  Beethovenstraße  6  --,  auf  dem  dann  in  den  Jahren  1887--18491
mit  cinem  Bauaufwande  von  4548685  M.  nach  Baurat  Roßbachs
Plänen  ein  glänzender  Renaissancepalast  erstand.  Um  1858  wurde
der  Bestand  der  Bibliothek,  abgesehen  von  der  großen  Zahl  der
vorhandenen  Dissertationen  auf  nahe  an  200.000  Bände  angenonmen.
Im  Jahre  1903  zählte  sie  ctwa  S00  000  Bände  und  3000  Handschriften.

Die  Institute  der  theologischen  Fakultät:

I.  Seminar  für  praktische  Theologie.  Dasselbe  datiert
seit  der  ersten  Anstellung  eines  eigenen  Universitätspredigers  im
Sommersemester  1837.  Damals  wurde  unter  Leitung  von  Professor
Krehl  ein  homiletisches  Seminar  errichtet.  Dazu  zesellten  sich  seit
1043  Hiturgische  Gesangsübungen.  Als  1853  ein  zweiter  Universitätsprediger
  angestellt  wurde,  übertrug  man  ihm  die  Leitung  eines  katechetischen
  Seminars,  das  im  folgenden  Jahre  seinen  Anfang  nahm.
Im  Jahre  1857  wurden  beide  Institute  in  ein  Seminar  für  praktische
Theologie  vereinigt.  Aus  der  pädagogischen  Gesellschaft,  die  Professor
  Rudolf  Hofmann  im  Sommersemester  1864  zum  ersten  Male
anzeirste,  wurde  seit  Sommersemester  18068  eine  dritte  Sektion  des
Seminars  für  praktische  Theologie:  die  pädagogische.  In  allen  drei
Sektionen  werden  praktische  Übungen  veranstaltet.  Fin  besonderer
Etat  ist  für  sie  nicht  vorgesehen.  Für  die  Abhaltung  der  liturgischen
Übungen  sind  580  M.  ausgeworfen.

2.  Kirchengeschichtliches  Seminar.  Nachdem  exegetische
Repititorien,  Fxaminatorien,  Übungen  und  Gesellschaften  seit  den
er  Jahren  üblich  geworden  waren,  verdanken  die  weiteren  Seminare
ihre  Entstehung  den  letzten  Jahrzehnten.  Das  kirchengeschichtliche
wurde  im  Wintersemester  1886  87  eröffnet.  Sein  Etat  ist  GO  M.,
von  denen  60  M.  eissene  Einnahmen  sind.

3.  Kirchlich-archäologische  Sammlung.  Auf  Anregung
von  Professor  Clemens  Brockhaus  eröffnet,  steht  sie  seit  Wintersemester
  1874.75  als  christlich-archäologischer  Apparat  im  Personalverzeichnis.
  Ihr  Etat  ist  600.M.

4.  Die  anderen  Seminare.  Ein  neutestamentlich-exesetisches
  Seminar  erscheint  seit  Sommersemester  1894  unter  der
l.eitung  von  Professor  Heinrici,  dann  unter  der  Direktion  der  Professoren
  Heinrici  und  Fricke,  scit  Sommersemester  1898  in  zwei
Abteilungen,  die  erste  mit  cinem  Etat  von  300  AL,  die  zweite  mit
einem  Etat  a)  WO  M.,  b)  200  M.  Im  nächsten  Semester  entstand

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