S1h  Die  einzelnen  Universitäten.

das  alttestamentlich-exegetische  Seminar  (Direktor:  Professor
Kittel}  mit  einem  Etat  a)  60V  M.,  b)  150  M.  Das  Seminar  für
systematische  Theologie  wurde  cröffnet  unter  Professor  Kirn,  zuerst
  als  dogmatisches  Seminar  im  Sommersemester  1896.  Sein  Etat
ist  150  .M.  Eine  Erweiterung  desselben  ist  im  Werden  begriffen.

5.  Theologische  Studentenbibliothek.  Sie  wurde  1975
begründet,  hat  etwa  27W  Bände  (besonders  I.chrbücher  für  Studenten,
die  wichtigsten  "in  mehreren  Exemplaren)  und  neben  den  Beiträgren
der  Mitglieder  (im  Semester  50  Pf.)  einen  Etat  von  470  M.  sowie
300  M.  aus  einem  Stipendienfonds.

Das  Seminar  der  juristischen  Fakultät:

Praktika,  zivilistische  und  exegetische  Übungen  wurden  von  Mitgliedern
  der  Fakultät  schon  in  den  50er  Jahren  regelmäßig  veranstaltet.
  Hin  kriminalistisches  Seminar  erscheint  seit  Winter  187475
(unter  Leitung  von  Professor  Binding),  cin  zivilprozefrechtliches  Seminar
seit  Sommersemester  1876  (unter  Leitung  von  Professor  Österloh..
Das  erstere  wuchs  seit  dem  Wintersemester  1883,84  zum  juristischen
Seminar  aus.  Das  neue  Collegium  Juridicum  (1882  bezogen)  bedeutete
insofern  auch  eine  Bereicherung  der  juristischen  Studien,  als  für  deren
Jünger  durch  Seminarräume  und  Arbeitszimmer  fortan  auf  das  vollkommenste
  gesorgt  war.  Das  Seminar  zerfällt  heute  in  4  Abteilungen,
verfügt  über  einen  Etat:  ao»  2700)  M,  b)  WW  M.  und  besitzt  eine
stattliche  Bibliothek.

Die  Institute  der  medizinischen  Takultät:

I.  Anatomisches  Institut.  Für  die  seit  1541  geschaffene
Professur  der  Anatomie  und  Chirurgie  „nach  welscher  Weise“  räunite
im  Jahre  1555  die  Artistenfakultät  „aus  guthem  willen  unndt  also
precario“  die  größere  Stube  ihres  neuen  Kollegiengebäudes,  „welche
sie  vaporarıum  consili  nennen“,  ein.  Im  Jahre  1704  kam  das  anatomische
  Theater  in  die  erste  Etage  eines  Gebäudes,  das  sie  mit  der
Universitätsbibliothek  teilte,  die  den  unteren  Raum  einnahm.  Als
der  Einsturz  dieses  Gebäudes  drohte  und  an  einen  Neubau  gedacht
werden  mußte,  borgte  die  medizinische  Fakultät  zu  diesem  Zwecke
im  Jahre  1817  SW  Taler.  Erst  kurz  vorher  war  die  Anatomie,  bis
dahin  eine  Privatanstalt  der  medizinischen  Professoren,  im  Jahre  1804
als  eine  königliche  Anstalt  gestiftet  worden.  Dennoch  war  noch  in  Jahre
1833  kein  höherer  Betrag  als  540  Taler  für  sie  auspeworfen.  Erst
am  26.  April  1875  konnte  das  heutige  umfangreiche  anatomische