Die  Königl.  Sachsische  Universität  Leipzig.  s17

Institut  der  Benutzung  übergeben  werden,  das,  ausgestattet  mit  allem
Komfort  der  Neuzeit,  einen  Bauaufwand  von  398340  M.  verursacht
hatte.  Ein  Enweiterungsbau  für  25  710  M.  vervollständigte  im  Jahre
1898,99  seine  Räume.  Der  Etat  ist  a)  19000  AM,  bi  14560  M.

2.  Physiologisches  Institut.  Die  physiologische  Chemie
war  bis  Ostern  1856  durch  Professor  C.  G.  L.chmann  vertreten,  der
bis  zu  seinem  Wergange  in  cinem  Privatlaboratorium  in  seiner
Wohnung  arbeitete,  das  er  aus  eigenen  Mitteln  unterhielt,  bis  er  ın
den  letzten  Jahren  einen  jährlichen  Zuschuß  von  150  Talern  empfing.
Seinem  Nachfolger  Professor  Funke  gestand  das   Ministerum
500  Taler  zur  Einrichtung  eines  physiologisch-chemischen  L.aboratoriums
zu.  Durch  die  Berufung  von  C.  Ludwig  im  Sommersemester  1865
änderte  sich  die  Sachlage,  da  ihm  cin  Institut  zugesichert  wurde.
Fr  konnte  es  am  26.  April  18609  beziehen.  Im  Studienjahr  1898/)
wurde  das  physiologische  Institut  durch  cinen  Anbau  nicht  unbedeutend
  erweitert,  für  den  79068  M.  verausgabt  wurden.  Der  Etat
ist:  9  15000  M.,  bi  17270  M.

3.  Pathologisches  Institut.  Der  seit  Sommersemester  1863
als  Ordinarius  für  Pathologie  und  pathologische  Anatomie  tätige
Professor  Ernst  Leberecht  Wagner  richtete  im  Jakobshospital
im  Sommersemester  1867  ein  Pathologisch-anatomisches  Institut  cin.
Bei  der  Überführung  des  Jakobshospitals  aus  dem  Ranstädter  Steinwege
  nach  der  heutigen  Licbigstraße  im  Jahre  1871  siedelte  auch
das  pathologisch-anatomische  Institut  über.  Unter  dem  seit  Sommersemester
  1878  berufenen  Professor  Julius  Cohnheim  erfuhr  cs  dann
eine  Umgestaltung  mit  einem  Bauaufwande  von  172085  M.  und
erhielt  die  heute  übliche  Bezeichnung.  Der  Bau  eines  Scktionshauses
  in  den  &amp;er  Jahren  und  die  Beschaffung  erweiterter  Räumlichkeiten
  für  den  gleichen  Zweck  in  den  Wer  Jahren  folgten,  letztere
mit  cinem  Aufwande  von  17328  M.  Weitere  größere  Umbauten
sind  eingeleitet.  Der  Etat  ist:  a)  11500  M,  b)  12570  M.

4.  Institut  für  gerichtliche  Medizin.  Dasselbe  besteht  seit
Sommersemester  1900,  dem  pathologischen  Institut  angresrliedert.  Der
für  das  letztere  in  Angriff  genommene  umfassende  Neubau,  der  im
Winter  15:6  beendet  sein  soll,  wird  auch  ihm  zugute  kommen.
Der  Etat  ist:  a)  1300  M.,  b)  210  M.

5.  Pharmakologisches  Institut.  Die  Krrichtung  cines
solchen  war  dem  im  \WVintersemester  1834/85  seine  Tätigkeit  als
Professor  der  Pharmakologie  beginnenden  Rud.  Böhm  zugesagt
worden;  das  Institut  konnte  im  Jahre  1888  seinen  stattlichen  Neubau