s1B  Die  einzelnen  Universitäten.

in  der  Licbigstraße  10  beziehen.  Der  Bauaufwand  des  Gebäudes,
das  zugleich  den  poliklinischen  Anstalten  dient,  ist  auf  430071  M.
angegeben.  Der  Etat  ist:  93  00  M.,  b)  5350.  M.

b.  Klinisches  Institut.  a)  Medizinische  Klinik.  Schon
im  Jahre  1785  regte  Oberkonsistorialpräsident  von  Zedtwitz  gelegentlich
  einer  Revision  der  Universität  die  Errichtung  eines  klinischen
Instituts  an.  Erst  den  Bestrebungen  Professor  Platners  gelang  es
seit  1797,  in  dem  städtischen  Lazarett  cin  offizielles  Unterrichtsinstitut
  zu  eröffnen,  das  am  29.  April  eingeweiht  wurde.  Der  Catalogus
  lectionum  für  das  S.-S.  1799  konnte  zum  ersten  Male  „exercitationes
  practicas  in  instituto  clinico“  bringen,  angekündigt  von  dem
ersten  klinischen  Leiter  Christ.  Mart.  Koch.  Indes  für  die  Unterhaltungr
  der  neuen  klinischen  Anstalten  —  auch  eine  chirurgische
Klinik  war  eingeleitet  worden  —  waren  nicht  mehr  als  die  Honorare
der  Studenten,  anfangs  jährlich  12,  seit  1810  15  Taler  zur  Verfüguner
sowie  die  Zinsen  eines  Kapitals,  das  sich  aus  diesen  Hlonoraren,  sofern
sie  nicht  gleich  aufgebraucht  waren,  gebildet  hatte,  in  der  Höhe  von
68  Talern  jährlich.  Aus  Landeskassen  wurde  nichts  beigesteuert.
Am  15.  Januar  1833  bewilligte  das  Ministerium  die  Jährliche  Summe
von  +16  Talern,  zunächst  für  die  Aufnahme  chirurgisch  instruktiver
Kranken.  Am  29  August  1867  bewilligten  dann  die  Stände  der
Stadt  cinen  jährlichen  Beitrag  von  4400  Talern  zu  den  allgemeinen
Kosten  des  Hospitals.  Als  nun  gegen  Ausgang  der  sechziger  Jahre
der  vielgepriesene  physiologische  Neubau  zustande  gekommen  war,
brachte  die  Einsicht  und  Tatkraft  des  Bürgermeisters  Koch  von
seiten  der  Stadt  die  Mittel  zur  Hrrichtung  jenes  großen  ersten
Barackenkrankenhauses  auf,  das  bis  heute  sich  erheblich  ausgedehnt
hat  und  wohl  die  größte  Anstalt  darstellt,  deren  Insassen  uneingeschränkt
  dem  medizinischen  Unterricht  zur  Verfügung  stehen.
Wunderlichs,  des  genialen  Klinikers,  Bestrebungen  um  ein  selbständiges
Gebäude  als  Hörsaal,  konnten  erst  unter  seinem  Nachfolger  Wagner
Erfüllung  finden.  Am  17.  Oktober  1879  konnte  ein  amphitheatralisch
aufsteisender  Raum  für  140  Zuhörer  seiner  Bestimmung  übergeben
werden.  Doch  reichte  er  nicht  aus,  sodaß  ein  Erweiterungsbau  nötigr
wurde,  der  am  1.  November  1892  eingeweiht  werden  konnte.  Jetzt
hat  das  klinische  Gebäude  im  ganzen  16  Räume,  die  sich  bisher  als
vollkommen  ausreichend  erwiesen  haben.  Der  letztere  Erweiterungsbau
  kostete  55094  M.,  von  den  Ständen  bewilligt.  Der  Etat  des
ganzen  klinischen  Instituts  für  Unterrichts-  und  Laboratoriumszwecke,
worin  die  chirurgische  Klinik,  die  Klinik  für  Hautkrankheiten  und  die