Die  Königl.  Sächsische  Universität  Leipzig.  519

Klinik  für  Ohren-,  Hals-,  Nasenkrankheiten  einbegriffen  sind,  ist
a)  130750  M.,  von  denen  1230  MM.  eigene  Einnahmen,  b)  26  100  M.

b)  Chirurgische  Klinik.  Der  Unterricht  in  der  Chirurgie,  der
in  älterer  Zeit  dem  Professor  der  Anatomie  oblag,  war  ursprüngrlich
ganz  theoretisch.  Die  Praxis  besorgten  die  zünftigen  Wundärzte,  die,
obwohl  ungelehrt,  zum  Teil  in  noch  heute  bemerkenswerten  Abhandlungen
  ihre  großen  Erfahrungen  niederlegten.  In  derselben  Zeit,
als  im  städtischen  Lazarett  ein  klinisches  Institut  eingerichtet  wurde,
stellte  man  als  chirurgischen  Demonstrator  den  Wundarzt  Dr.  Joh.
Gottl.  Eckoldt  an,  ein  Mitglied  der  Leipziger  Barbierinnung.  Seit
dem  Jahre  1841  gelang  cs,  die  Personalverbindung  zwischen  der
chirurgischen  Öberarztstelle  anı  Krankenhause  und  der  Professur  der
Chirurgie  herzustellen.  Als  Thiersch  im  Jahre  1967  nach  Leipzig
kam,  war  die  Klinik  in  einer  Hläusergruppe  auf  dem  Ranstädter
Steinweg  untergebracht.  Er  selbst  bezeichnete  dieses  alte  Lazarett
als  eins  der  schlimnisten  Krankenhäuser.  Todesfülle  an  Pyämie,
Septikämie  und  Hospitalbrand  waren  nur  zu  häufig.  Demgemäß  regte
er  den  Bau  eines  neuen  Krankenhauses  an,  das  große  Barackenspital  der
Stadt  l.cıpzig.  Im  Jahre  1871  konnte  dasselbe  in  Benutzung  genommen
werden,  hat  sich  indes  ebenfalls  auf  die  Dauer  als  unzureichend
erweisen  müssen.  Ein  neues  Institutspebäude  mit  Hörsaal,  Operationssaal
  usw.  konnte  am  26.  Januar  IM  eingeweiht  werden.
Die  Kosten  beliefen  sich  einschließlich  innerer  Ausstattung  der  Räunie
auf  19464  M.  Der  Etat  ist  in  den  Angaben  über  den  Etat  des
klinischen  Instituts  einbegriffen.  Darüber  hinaus  wurden  für  einen
Operationskursus  4300  M.  (sächlich)  und  1020  M.  (für  Assistentenleistungen)
  ausızesetzt.

c)  Klinik  und  Poliklinik  für  Syphilis  und  Hautkrankheiten.
  Eine  Poliklinik  für  Haut-  und  Geschlechtskrankheiten  bestand
als  Privatinstitut  zur  Benutzung  der  Studierenden  seit  W.-S.  1884,85.
Im  S.-S.  18%  wurde  aber  bei  der  medizinischen  Fakultät  cine  aufßerordentliche
  Fachprofessur  für  Hautkrankheiten  und  Syphilis  geschaffen,
der  bald  darnach  im  städtischen  Krankenhaus  eine  klinische  Abteilung
als  besonderes  Universitätsinstitut  zur  Verfügung  gestellt  wurde.  Die
baulichen  Einrichtungen  derselben  kosteten  4128  M.  Ihr  Etat  ıst
in  dem  des  klinischen  Instituts  enthalten.

d)  Klinik  und  Poliklinik  für  Ohren-,  Nasen-  und  Halskrankheiten.
  Laryngologische  und  otiatrische  Polikliniken  als  Privatinstitute
  für  Benutzung  der  Studierenden  reichen  bis  in  die  Mitte  der