S20  Die  einzelnen  Universitäten,

sechsziger  Jahre  zurück.  Fine  außerordentliche  Fachprofessur  für
Ohrenheilkunde  und  verwandte  Fächer  wurde  im  S.-5.  1896  bei  der
medizinischen  Fakultät  begründet  und  ihr  eine  besondere  Abteilung
im  städtischen  Krankenhause  eingeräumt.  Ihr  Dirigent  ist  Professor
Adolf  Garth.  Die  Kosten  für  die  bauliche  Einrichtung  derselben  beliefen
  sich  auf  3313  M.  Ihr  Etat  ist  in  dem  der  klinischen  Institute
einbegriffen.  Für  die  Poliklinik  und  wissenschaftliche  Zwecke  stehen
2,00  M.,  zur  freien  Aufnahme  von  Kranken  24W  M.  zur  Verfügung;
aus  Stiftungen  gegen  JO)  M.  zur  Unterstützung  armer  Kranken.
Die  Kosten  der  stationären  Abteilung  trägt  das  Krankenhaus.

7.  Universitäts-Frauenklinik.  Die  Errichtung  eines  gynäkologischen
  Instituts  war  seit  dem  Jahre  1772  geplant.  Es  waren  auch
zwei  Legate,  das  eine  von  20000  Taiern,  das  andere  von  13%  Talern
für  diesen  Zweck  vorhanden.  Aber  erst  als  cs  dem  Professor  der
Therapie  Gehler,  der  selbst  praktischer  Geburtshelfer  war,  gelang,
seine  Verwandten,  den  Apellationsrat  K.  T.  Trier  und  dessen  Frau,
zu  einer  Stiftung  zu  bewegen,  die  nach  dem  Tode  der  Witwe  Trier
im  Jahre  1806  in  Kraft  trat,  kam  die  Angelegenheit  in  Fluß  und
es  wurde  eine  Schule  für  höhere  und  niedere  Geburtshilfe  geeründet.
  Im  Jahre  1826  kaufte  man  auf  der  jetzigen  Dresdner
Straße  8  ein  Grundstück  und  verlegte  das  sogrenannte  Triersche
Institut  im  Jahre  1828  dorthin.  Allmählich  wurde  auch  dieses
neue  Gebäude  baufällig,  und  das  Ministerium  verfügte  daher  am
24.  März  1852  den  Bau  eines  wrößeren  Yntbindungshauses.  In
dem  Garten  des  bisherigen  Instituts  wurde  am  18.  Mai  1852  der
Grundstein  gelest  und  mit  einem  Bauaufwande  von  ZUM  Talern,
zu  dem  die  Regierung  18000  Taler  bewilligt  hatte  (der  Rest  stammte
aus  dem  eigenen  Vermögen  der  Stiftung),  stellte  man  ein  stattliches
Haus  her,  das  am  1.  August  1853  bezogen  werden  konnte.  Seit
dem  1.  Oktober  1856  genchmigte  das  Ministerium  die  Einrichtung
auch  einer  geburtshilflichen  und  gynäkologischen  Poliklinik,  die  mit
ausreichenden  Mitteln  verschen  wurde.  Joergs  Nachfolger  wurde
Credc,  der  nach  einer  langen  glänzenden  Tätigkeit  durch  den  jetzigen
Direktor  Professor  Zweifel  im  S.-S.  1887  ersetzt  wurde.  Unter  ihm
konnte  dem  Trierschen  Institute  seit  dem  S.-S.  1891  ein  unvergleichlich
  besser  ausgestattetes  IHeim  in  dem  medizinischen  Viertel  bereitet
  werden.  Dasselbe  ist  mit  einem  Bauaufwande  von  1168843  M.
hergestellt  worden.  Der  Ktat  ist  für  die  Frauenklinik:  a)  111070  M.,
unter  denen  30724  M.  eigene  Einnahmen,  b)  18430  M.  Der  Etat
der  Poliklinik  ist:  a5  4130  Mb  1200  M.