Die  Königl.  Sächsische  Universität  Leipzig.  323

semester  1885  trat  Dr.  Th.  Kölliker  an  seine  Stelle,  der  ihr  noch
heute  vorstcht.  Ihr  Etat  ist:  a)  1600  M.,  von  denen  300  M.  eigene
Hinnahnıen,  b)  2000  M.

15.  Universitäts-Kinderklinik  und  Poliklinik.  Kinderheilanstalt,
  pädiatrische  Klinik  und  Poliklinik  bestanden  als  Privatinstitute
zur  Benutzung  der  Studierenden  seit  1862  bei  der  Universität.  Eine
Universitäts-Kinderpoliklinik  tritt  seit  dem  Sommer  18%  unter  der
Leitung  von  Prof.  Heubner  auf.  Als  Heubner  inı  Sommer  1894  einem
Rufe  nach  Berlin  folgte,  trat  Prof.  Soltmann  mit  dem  Wintersemester
1894,95  an  seine  Stelle.  Nunmehr  ist  der  Kinderklinik  eine  sogenannte
‚\versionalbeihilfe  in  der  Höhe  von  20000  M.  aus  Staatsmitteln  ausgeworfen
  und  für  den  chirurgischen  klinischen  Unterrieht  im  Kinderkrankenhause
  jährlich  1350  M.  sowie  zu  Besoldungen  5750  M.  ausgesetzt.


Die  Institute  der  philosophischen  Fakultät:

1.  Indogermanisches  Institut.  Aus  der  von  Georg  Curtius
im  Sommer  1867  begründeten  „Grammatischen  Gesellschaft‘,  deren
wertvolle  Bibliothek  den  Grundstock  der  Bibliothek  der  sprachwissenschaftlichen
  Abteilung  bildet,  ist  das  indogermanische  Institut  entstanden.
  Es  besteht  seit  dem  Jahre  1891  und  hat  eine  sprachwissenschaftliche,
  cine  slavistische  und  eine  sanskritistische  Abteilung,  deren
jeder  der  Ordinarius  des  betreffenden  Fachs  vorsteht.  Der  Etat  von
jährlich  0  M.  ist  zur  Anschaffung  von  Büchern  bestimmt,  die  nur
in  den  Räumen  des  Instituts  von  Mitgliedern  benutzt  werden  dürfen.
Jeder  Student,  der  das  Institut  benutzen  will,  hat  scemesterlich  3  M.
zu  zahlen.

2.  Philologisches  Seminar  und  Proseminar.  Das  königliche
  philologische  Seminar  ist  aus  der  von  Christian  Daniel  Beck  seit
1795  geleiteten  „Philologischen  Gesellschaft‘  hervorgegangen.  Heute
sind  die  drei  ordentlichen  Professoren  der  klassischen  Philologie  die
gleichberechtigten  Direktoren  des  Seminars  und  Proseminars,  die  abwechselnd
  die  Geschäfte  führen.  Das  philologische  Proseniinar  ist  durch
Verordnung  vom  29.  April  1871  eingerichtet.  Als  erster  Direktor  desselben
  erscheint  seit  Sommersemester  1876  der  damalige  außerordentliche
  Professor  Lipsius.  Das  philologische  Institut  trat,  zunächst  mit  zwei
Abteilungen,  einer  klassisch-philologischen  und  einer  germanistischen,
bei  Beginn  des  Wintersemesters  1881/82  ins  l.eben.  Es  repräsentiert  die
zu  dem  Seminar  gehörende  Bibliothek,  deren  Bücher  nur  in  den
Räumen  des  Seminars  benutzt  werden  dürfen,  während  vorher  die