Vie  Königl.  Sächsische  Universität  Leipzig.  597

Seminar,  das  inı  Paulinum  Unterkunft  fand.  Ktat:  a)  2700  M.,  von
denen  1400  M.  eigene  Einnahmen,  b)  1200  M.

14.  Münzsammlung.  Sie  ist  aus  einer  im  Jahre  1717  der
Universität  gemachten  Schenkung  von  Bracteaten  entstanden  und  allmählich
  angewachsen.  Seit  W.-S.  1853/54  wird  sie  als  akademisches
Institut  unter  der  Leitung  des  Oberbibliothekars  Gersdorf  erwähnt.
Zur  Zeit  ist  ihr  Direktor  Prof.  Dr.  Ed.  Zarneke.  Ihr  Etat  ıst  a)  GW  M.,
bb»  1200  .M.

15.  Kunsthistorisches  Institut.  Zu  Ostern  1873  trat  Anton
Springer  die  neu  kreierte  Professur  für  mittlere  und  neuere  Kunstgeschichte
  an.  Er  erhielt  seit  S.-S.  1875  die  Mittel,  einen  kunsthistorischen
  Apparat  zu  beschaffen,  der  im  Borneranium  No.  10  aufgestellt
  wurde  und  an  den  ersten  5  Wochentagen  von  5--6  Uhr  für
die  Benutzung  der  Studenten  geöffnet  war.  Bei  der  Berufung  von
Janitschek  erfolgte  im  S.-S.  1892  die  Umwandlung  des  Apparats  in
ein  kunsthistorisches  Seminar.  Nach  seinem  frühen  Tode  am  21.  Juni
18093  nahm  Prof.  Schmarsow  seine  Stelle  ein,  der  dann  die  heutige
Organisation  schuf.  Sie  besteht  aus  einem  kunsthistorischen  Seminar
und  einem  kunsthistorischen  Apparat  oder,  wie  er  jetzt  genannt  wird,
„l.chrmittelsammilung“.  Etat!  a)  2000  M.,  b)  1200  M.

16.  Pädagogisches  Seminar.  Ein  pädogogisches  Seminar
wurde  seit  S.-8.  1869  von  den  Professoren  Masius  und  Kekstein  geleitet.
  An  des  letzteren  Stelle  trat,  nachdem  Masius  im  W.-S.  1885,86
das  Institut  allein  verwaltet  hatte,  mit  dem  S.-5.  1886  Prof.  Richter.
Mit  der  Berufung  Volkelts  im  S.-S.  1894  wurde  ein  philosophischpädagogisches
  und  ein  praktisch-pädagogisches  Seminar  unterschieden.
Ersterem  steht  der  Professor  der  Philosophie  und  Pädagogik  Volkelt
vor,  in  letzterem  haben  nacheinander  praktische  Schulmänner,  die
zugleich  Professoren  an  der  Universität  waren,  die  Leitung  gehabt.
Ktat:  a)  O8)  M.,  bi  1240  M.

17.  Vereinigte  staatswissenschaftliche  Seminare.  Ein
staatswissenschaftliches  Seminar  wurde  1889  von  Prof.  Brentano  ins
l.cben  gerufen.  Fine  „kameralistische  Gesellschaft‘  hatte  schon
Roscher  geleitet.  An  Brentanos  Stelle  im  Seminar  trat  mit  dem
W.-S.  1891,92  Miaskowski.  Im  8.-S.  1892  wurde  dann  eine  Professur
für  Statistik  und  Nationalökonomie  gegründet,  die  Karl  Bücher  erhielt,
  dem  gleichzeitig  ein  volkswirtschaftlich-statistisches  Seminar  zur
Verfügung  gestellt  wurde.  Dasselbe  wurde  seit  W.-S.  1894.95  um
eine  Abteilung  für  öffentliches  Recht  erweitert.  Während  der  Erkrankung
  Miaskowskis,  der  seinem  Seminar  nicht  mehr  vorstehen