Die  Königl.  Nichsische  Umversität  Leipzig.  zZ)

hier  hat  sich  cin  Neubau  vernotwendigt,  der  am  17.  Januar  1903  bezogen
  werden  konnte.  Direktor  ist  Prof.  Eber.  Etat:  a)  23940  M.,
von  denen  12975  M.  eigene  Einnahmen,  b)  18030  M.

20.  Mathematisches  Seminar  und  Institut.  Ein  matheniatisches
  Institut,  bestehend  aus  mathematischem  Seminar  und  Modellsammlung,
  wurde  Ostern  1881  eröffnet.  Die  Dircktion  des  Scminars
  lag  gemeinschaftlich  bei  den  Professoren  Klein,  .\.  Mayer  und
von  der  Mühll,  die  der  Modellsammlung  allein  bei  Klein.  Nachdem
Sophus  Lie  an  Stelle  Kleins  getreten  war,  unterschied  man  als  getrennte
  Anstalten  seit  S.-S.  1886:  1.  ein  mathematisches  Seminar.  Fin
ordentlicher  Professor  (T.ic),  cin  Honorarprofessor  (X.  Mayer)  und  ein
außerordentlicher  Professor  des  Fachs  (Engel)  waren  seine  Direktoren.
Es  hatte  keine  besonderen  Räume,  sondern  wurde  in  einem  Auditorium
  des  Augusteums  gehalten.  2.  ein  mathematisches  Institut,  das
in  zwei  Abteilungen  zerfiel,  nämlich  I.  Lese-  und  Arbeitsräunie,  Ritterstraße
  24  und  II.  Modellsammluıng,  Brüderstraße  32.  Beide  Abteilungen
  unterstanden  dem  Prof.  Lie.  Diese  Teilung  ist  bis  heute  beibehalten
  worden.  Direktor  ist  Prof.  Otto  Hölder.  Noch  immer  sind
die  Räume  geteilt.  Doch  werden,  sobald  der  Neubau  des  physikalischen
  Instituts  beendet  ist,  die  heute  von  diesem  cingenommenen
Räume  der  Mathematik  überwiesen.  Etat:  a)  3000  M.,  von  denen
400  M.  eigene  Einnahmen,  b)  410  M.

21.  Sternwarte.  Als  während  des  17.  Jahrhunderts  an  verschiedenen
  Orten  Sternwarten  entstanden,  bat  auf  Grund  einer  von
Kurfürsten  August  dem  Starken  ergangenen  Anregung  die  Universität
im  Jahre  1711  um  den  Bau  eines  Observatorium  Mathematicum,  aber
ohne  Erfolg.  Im  Jahre  1781  ersuchte  die  Universität,  auf  der  von
dem  Wiener  Astronomen  Hell  vorgeschlagenen  Pleißenburg  ein  Observatorium
  errichten  zu  wollen.  Fünf  Jahre  darauf  kam  die  Fürstliche
  Genehmigung.  In  den  Jahren  1787--W  wurde  nun  der  Bau
ausgeführt;  der  Landkammerrat  Karl  Fr.  Kregel  von  Sternbach  vermachte
  1789  seine  beträchtliche  Instrumentensammlung  und  ein  Legat
von  2000  Talern,  von  dessen  Zinsen  ein  Observator  mit  bezahlt  werden
sollte,  und  endlich  wurde  am  2.  Dezember  1791  Christ.  Friedr.  Rüdiger
  zum  Observator  und  Professor  extraordinarius  ernannt.  Im
Jahre  1794  wurde  die  Warte  von  der  Universität  übernommen.  Die
Baukosten  beliefen  sich  bis  zum  Jahre  1900  auf  über  11000  Taler,
wozu  noch  3466  Taler  für  den  Bau  der  Wohnungen  des  Observators,
seiner  beiden  Gehilfen  und  des  Aufwärters  kamen.  Zweitausend  Taler
wurden  zur  Anschaffung  von  Instrumenten,  Büchern,  Globen  ausgezahlt.

Das  Unterrichtiswesen  im  Deutschen  Keich.  |,  3