SU  Die  einzelnen  Universitäten.

Endlich  setzten  die  Reskripte  vom  6.  Juli  17%  und  27.  Januar  1798
für  die  laufenden  Ausgaben  der  Sternwarte  Jährlich  250  Taler  aus.

Die  Sternwarte  war  erbaut  nach  den  Prinzipien,  nach  denen  man
im  16.  17.  und  18.  Jahrhundert  derartige  Observatorien  erbaute.
Nun  trat  gegen  Ende  des  18.  Jahrhunderts  sowohl  in  den  Sternwarten
  als  in  den  Instrumenten  cine  wesentliche  Veränderung  ein.
Je  mehr  nun  neuc,  den  modernen  Anforderungen  entsprechende
Sternwarten  in  Deutschland,  in  Altona,  München,  Hamburg,  Berlin,
Bonn  usw.  entstanden,  desto  mehr  fühlte  man  das  Ungenügende  der
l..  Anstalt.  Um  Professor  d’Arrest,  den  man  für  eine  russische
Universität  zu  gewinnen  suchte,  in  Leipzig  zurückzuhaälten,  gestand  das
Ministerium  einen  Neubau  zu,  der  in  den  Jahren  1857--61  zustande  kam,
obwohl  d’Arrest  doch  im  S.-S.  1857  einem  Rufe  nach  Kopenhagen  Folge
geleistet  hatte.  Die  Sternwarte  wurde  auf  einem  Platze  im  Johannistal,
der  von  der  Stadt  billig  hatte  erstanden  werden  können,  für  25000
Taler  errichtet.  Unterdessen  hatte  C.  Bruhns  am  1.  April  1860  dem
Rufe,  der  erste  Astronom  der  neuen  Sternwarte  zu  sein,  Folge
geleistet.

Seitdem  haben  sich  noch  weitere  Bauten  vernotwendigt.  Auf
dem  Areal  der  Sternwarte  wurde  eine  meteorologische  \Warte  hergestellt,

  die  ins  Eigentum  der  Universität  überging.  —  Aufwand:
10000  M.  Spätere  Erweiterungsbauten  verursachten  im  Jahre

1804,85  35792  M.  Baukosten;  em  Umbau  des  Meridionalsaales
bedang  1894  11  42  M.  Etat:  a)  SW  M.,  b)  9210  M.

22.  Physikalisches  Institut.  Auf  Ansuchen  des  Professors
Christian  Benedikt  Funk  kaufte  der  Kurfürst  im  Jahre  1785  die
Ludwigsche  Sammlung  physikalischer  Instrumente  und  schenkte  sie
mit  100  Talern  behufs  ihrer  Ausbesserung  an  die  Universität,  Später
kam  der  Hindenburgische  Nachlaß  hinzu,  der  1809  mit  1000  Talern
bezahlt  wurde.  Den  neuen  Professor  der  Physik,  Christian  Samuel
Weiß,  wurden  jährlich  zur  Erhaltung  und  Vermehrung  des  physikalischen
  Apparats  IM)  Taler  bewilligt.  Nach  Gilbert,  Brandes  und
G.  Fechner  trat  Wilhelm  Weber  im  Jahre  1843  als  ordentlicher  Professor
  der  Physik  und  Direktor  des  Kabinetts  cin.  Dieser  hat  sich
um  die  ‚Ausgestaltung  desselben  große  Verdienste  erworben.  Auch
die  Krrichtung  eines  magnetischen  Observatoriums  war  sein  Werk.
Ihm  gelang  es,  den  Jahresetat  seit  1847  auf  WW  Taler  gesteigert  zu
schen.  \ebers  Nachfolger  wurde  im  Herbste  1849  Wilh.  Hankel.
Er  verstand  es,  das  Kabinett  auf  einer  allen  damaligen  Anforderungen
  entsprechenden  Höhe  zu  erhalten.  Seit  lange  beabsichtigt,