Die  Königl.  Sächsische  Universität  Leipzig.  531

jedoch  immer  wieder  verzögert,  wurde  dann  endlich  zum  Bau  eines
eisrenen  physikalischen  Instituts  geschritten.  Im  Wintersemester
1873/74  war  es  mit  einem  Bauaufwande  von  320  WU  M.  fertiggestellt;
auch  dieses  Institut  hat  bereits  ausgedient.  Mit  der  Berufung  von
Otto  Wiener  ist  ein  großartiger  Neubau  im  Gange.

Ein  physikalisch-technologischer  Apparat,  dessen  Direktor  der
außerordentliche  Professor  Marbach  war,  im  Paulinum  aufgestellt,
bestand  seit  \Wintersemester  1850,51.  Er  führte  seine  selbständige
F.xistenz  so  lanırc,  bis  unter  Professor  Ostwald  seit  Wintersemester
1087/88  ein  zweites  chemisches  Laboratorium  (für  physikalische
Chemicı  eröffnet  wurde.

23.  Die  drei  chemischen  T.aboratorien.  Erst  im  Jahre
1804  wurden  Räume  der  Pleißenburg  mit  1%  Talern  Laäboratoriumsgeldern
  dem  Professor  Eschenbach  überwiesen,  der  seit  dem
Wintersemester  1784/83  das  Ordinarıat  für  Cheniie,  damals  noch  in
der  medizinischen  Fakultät  als  Ersatz  für  Ridiger  erhalten  hatte.
Dieses  l.aboratorium  ging  bei  Eschenbachs  Emeritierung  an  Professor
Erdmann  über,  der  im  Sommersemester  1831  den  neu  geschaffenen
l.chrstuhl  der  technischen  Chemie  in  der  philosophischen  Fakultät
innehatte.  Dafür  mußte  aber  wieder  Otto  Bernhard  Kühn,  der  schon
inn  Sommersemester  1827  ein  chemisches  Praktikum  (exercitationes
chemico-practicas;  veranstaltet  hatte  und  nun  scit  dem  Sommersemester
  1831  Eschenbachs  Nachfolger  auf  dem  l.ehrstuhle  der  allsemeinen
  Chemie  geworden  war,  ohne  öffentliches  Laboratorium
bleiben.  Er  mußte  sich  in  einem  von  ihm  selbst  ermicteten  l.okal
behelfen.  Doch  empfing  er  wenigstens  von  1340  ab  300  Taler
jährlich  als  Unterstützung  für  das  Laboratorium.  Für  Professor  Erdmann
  wurde  dann  seit  1814  in  dem  neuerbauten  Friedericianum
ein  chemisches  Laboratorium  eingerichtet.  In  das  von  dem
Professor  der  technischen  Chemie  1144  aufgesrebene  chemische  I.aboratorium
  in  der  Pleißenburg  kam  jetzt  Kühn,  der  jedoch  die  Einrichtungskosten
  aus  eigener  Tasche  zu  tragen  hatte.  Sein  Nachfolger,
  aber  nunmehr  in  der  philosophischen  Fakultät,  an  die  der
J.chrstuhl  der  allgemeinen  Chemie  überging,  wurde  mit  dem  Wintersemester
  186465  Hermann  Kolbe.  Er  mußte  sich  zuerst  auf  der  Universitätsstraße
  15  provisorisch  einrichten,  erhielt  aber  schon  1865  von
dem  damaligen  Minister  Falkenstein  den  Auftrag,  einen  Entwurf  zu
einem  Neubau  anzufertigen.  So  wurde  mit  einem  Aufwande  von
über  80.000  Taler  auf  der  Liebigstraße  20  ein  Gebäude  hergerichtet,  das
1868  bezogen  werden  konnte.  Im  Sommerseniester  1871  übernahm

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