5302  Die  einzelnen  Universitäten.

der  neu  berufene  Professor  Gustav  Wiedemann  das  frühere  Erdmannsche
  Institut,  das  er  nunmehr  als  physikalisch-chemisches  Laboratorium
  bezeichnete.  Wiedemann  arbeitete  hier  (an  der  1.  Bürgerschule
  3)  bis  er,  im  Sommersemester  1887  Nachfolger  Ilankels  auf  dem
Liehrstuhle  der  Physik,  die  Direktion  des  physikalischen  Instituts
übernahm.  An  seine  Stelle  rückte  seit  dem  \Vintersemester  188788
Wilh.  Ostwald  als  Dirigent  des  physikalisch-chemischen  Laboratoriums
ein.  Ihm  wurde  zur  Erbauung  eines  besonderen  physikalischchemischen
  Instituts  auf  der  Universität  gehörigem  Boden  von  den
Ständen  1895,%  die  Summe  von  382000  M.  bewilligt.  Der  Neubau
konnte  am  3.  Januar  1898  bezogen  werden.  Als  dann  im  Wintersemester
  1897.98  ein  dritter  Professor  der  Chemie,  E.  Beckmann,
ernannt  wurde,  erhielt  er  zunächst  in  dem  Gebäude  des  landwirtschaftlichen
  Instituts  (Brüderstraße  34  ein  J.aboratorium  für  anpewandte
  Chemie  eingeräumt.  Bald  aber  mußte  an  einen  Neu-  und
Umbau  gedacht  werden,  für  den  330000  MM.  ausgesetzt  sind.  Auch
das  seit  Wintersemester  1903/04  von  Professor  Hantzsch  dirigierte
frühere  Kolbesche  Laboratorium  erfährt  zurzeit  einige  bauliche  Umgestaltungen.
  Das  von  Professor  Knop  in  der  Pleißenburg  lange
geleitete  dritte,  sogenannte  agrikulturchemische  Laboratorium  siedelte
mit  dem  Neubau  des  landwirtschaftlichen  Instituts  in  diesen  über  und
hörte  später  als  selbständiges  Institut  auf.  Etat  des  chemischen
l.aboratoriums:  a)  19850  M.,  von  denen  28%  M.  eigene  Einnahmen,
b)  14  790  M.  Etat  des  physikalisch-chemischen  Instituts  a)  19  700  M.,
von  denen  1700  M.  eigene  Kinnahmen,  b)  13730  M.  Etat  des
laboratoriunss  für  angewandte  Chemie:  a)  207%)  MM.  von  denen
1790  M.  cigene  Einnahmen,  b)  12  180  M.

34.  Zoologisch  -  zootomisches  Institut  und  Muscum.
Im  Jahre  1834  beschloß  das  Ministerium  eine  naturgeschichtliche
Sammlung  zu  begründen,  deren  Beaufsichtigung  Prof.  Pöppig  übertragen
  wurde.  Seit  Januar  1838  betrug  der  Ytat  laut  ständischer  Bewilligung
  jährlich  550  Taler.  Bei  Pöppigs  Tode  (1868)  hatte  die
Sammlung  bereits  cinen  über  eigentliche  Lehrzwecke  hinausgehenden
Umfang  crreicht,  doch  fehlte  nahezu  vollständig  cine  vergleichendanatomische
  T.ehrsammlung.  Nach  der  Berufung  von  Leuckart  1809
wurde  zunächst  auf  deren  Beschaffung  Bedacht  genommen  und  zugleich
ein  für  etwa  8—10  Arbeitsplätze  berechnetes  zoologisches  Laboratorium
eingerichtet.  Bald  erwiesen  sich  Auditorium  und  I.aboratorium  zu  klein.
Im  Frühjahr  1880  wurde  der  Bau  eines  den  Anforderungen  der  Neuzeit
  entsprechenden  zoologischen  Instituts  mit  einem  Aufwande  von