Die  Königl.  Sächsische  Universität  Leipzig.  533

374407  M.  fertiggestellt.  Die  seit  1855/50  unter  Leitung  von  Carus
bestehende  zootomische  Sammlung,  die  nach  vorübergehendem  Aufenthalte
  im  landwirtschaftlichen  Institute  18W  im  Gebäude  des
zoologischen  Instituts  cinen  Platz  gefunden  hätte,  hörte  in  Wintersemester
  1894/95  als  besonderes  akademisches  Institut  auf.  Gegenwärtiger
  Direktor  ist  Prof.  Chun.  Etat:  a;  7269  M.,  von  denen  309  M.
eisene  Kinnahnen,  b)  10400  M.

35.  Botanisches  Institut  und  Botanischer  Garten.  Seit
1542  wurde  der  Garten  des  Paulinums  der  medizinischen  Fakultät  als
„Hortus  medicus“  zugestanden.  Sein  Terrain  wurde  im  30  jährigen
Kriese  zu  den  Festungswerken  gezogen.  Tirst  im  Jahre  1658  oder
1604  erhielt  die  Fakultät  durch  die  Schenkung  seitens  des  Fürstenhauses
  ein  neues  brauchbares  Grundstück,  das  gleichwohl  das  Bedürfnis
  nur  schr  unvollkonnmen  befriedigte.  Infolge  des  Legats  der
Trierschen  Eheleute  konnte  der  botanische  Garten  von  der  innern
Stadt  heraus  auf  das  greschenkte  Terrain  verlegt  werden.  Erst  1814
gelang  es  dem  Professor  Schwägrichen,  einmalig  1500  Taler  und
dann  jährlich  300  Taler  zu  erhalten.  Das  Reskript  vom  19.  Februar
  1827  verdoppelte  diesen  Betrag.  Seit  1829  diente  das  Triersche
Grundstück  lediglich  dem  botanischen  Lehrzwecke,  hatte  indes  an
die  Entbindungsanstalt  jährlich  550  Taler  zu  zahlen.  Der  Landtag  von
1833/34  setzte  400  Taler  jährlich  zur  Kultur  des  Botanischen  Gartens
aus  und  bewilligte  115  Taler  als  Zinsen  für  cin  Änlchen.  Ein  akademisches
  Herbarıum  als  akademisches  Institut  erwuchs  seit  Wintersemester
  1855/56  aus  einer  Schenkung,  die  der  Professor  der  Botanik,
Gustav  Kunze,  mit  seiner  überaus  reichen  Farrensammlung  gemacht
hatte.  Seit  Wintersemester  1377/78  erscheint  cin  „Botanisches  Institut".
  Fs  besteht  aus  denı  Neuen  Botanischen  Garten,  dem  Botanischen
  Laboratorium  und  dem  Akademischen  IlIerbarium.  Es
war  auf  dem  an  der  heutigen  Linncstraße  belegenen  Terrain  mit
einem  Kostenaufwande  von  665400  M.  errichtet  worden.   Verschiedene
  andere  Baulichkeiten,  die  in  den  Jahren  1884—  1899  beim
Botanischen  Institut  ergänzungsweise  nötig  geworden  sind,  haben  einen
Aufwand  von  62058  M.  verursacht.  Der  Etat  des  Botanischen  Instituts
  ist  bei  eivenen  Einnahmen  von  6  M.  jährlich:  a,  21406  M.,
bi  11410  M.;  der  des  Herbariums:  a;  595  M.,  von  denen  315  M.
eigene  Einnahmen,  b)  805  M.

26.  Mineralogisches  Museum  und  Institut.  Bis  zum  letzten
Viertel  des  vorigen  Jahrhunderts  befanden  sich  die  mineralogischen
und  geopnostischen  Sammlungen  in  dem  zu  dem  ehemaligen  Uni-