Die  Großherzogl.  und  Herzogl.  Sächsische  Gesamt-Universität  Jena.  577

für  Nationalökonomie  und  Statistik  11861—  781;  S.  K.  Snell,  Mathematiker  und  Physiker
ı1844--86);  Schlömilch,  Mathematiker  11844—491;  Sohncke,  Physiker  (1883—86);  die
Chemiker  J.  W.  Döbereiner  (1810491  und  A.  Geuther  11863—  1889);  (die  Pharmazeuten
H.  Wackenroder  1828-541  und  E.  Reichardt  (1856---91);  der  Mıinernlog  J.  G.  Lenz
11794—  1832);  die  Botaniker  A.  Batsch  1787—1802),  Ph.  ].  Schleiden  (1846  --63),
N.  Pringsheim  (1864-68):  der  Zoologe  Oscar  Schmidt  (1847—55).

Auf  dem  Gebiet  der  Theologie  ist  die  Jenaische  Schule  dadurch
charakterisiert,  daß  in  ihr  die  historisch-kritische  Richtung  bis  jetzt
unausgesetzt  herrschend  geblieben  ist  und  durch  besonders  hervorraxende
  Vertreter,  wie  v.  llase  und  Lipsius,  lange  Zeit  einen  bedeutenden
  Einfluß  ausgeübt  hat.  Eine  außerordentliche  Regsamkeit
hat  das  ganze  19.  Jahrhundert  hindurch  bis  zur  Gegenwart  das
philosophische  Studium  unter  dem  Finfluß  hervorragender  Lehrer
behauptet.  Finzig  in  seiner  Art  ist  die  hohe  Blüte  des  pädagogischen
Studiums,  das,  gestützt  auf  ein  Seminar  mit  Übungsschule,  vorbildliche
Bedeutung  für  sich  in  Anspruch  nchmen  darf  und  nicht  nur  aus
Deutschland,  sondern  auch  aus  dem  Auslande  zahlreiche  Hörer
anzicht.  Auch  an  der  philosophischen  Forschung  des  19.  Jahrhunderts
hat  Jena  erheblichen  und  rühmlichen  Anteil  genommen.  Der  Schwerpunkt
  liegt  jedoch  zurzeit  in  der  Pflege  der  medizinisch-naturwissenschaftlichen
  Wissenszweige.

Neuerdings  erfreut  sich  das  Gebiet  der  mathematisch-physikalischen
  und  der  chemischen  Wissenszweige  einer  besonderen  Pflege,
namentlich  infolge  «der  intensiven  und  verständnisvollen  Förderung,
welche  ihnen  die  Carl  Zeiß-Stiftung  zuteil  werden  läßt.  Insbesondere
auch  hat  diese  es  unternommen,  J.ehrstühle  und  Institute  für  die
angewandte  Wissenschaft  zu  schaffen,  wie  solche  an  anderen  Universitäten
  Deutschlands  mit  Ausnahme  Göttingens  zurzeit  nicht  bestehen.


Aus  der  mechanischen  Werkstatt  der  Universität  entwickelte
sich,  seitdem  Prof.  E.  Abbe  hier  die  Theorie  des  Mikroskops  gefunden
  hatte,  alsbald  die  weltberühmte  optische  Werkstätte,  die  größte
unter  allen  gleichartigen  Unternehmungen.  Von  ihr  ging  eine  Reform
der  angewandten  Optik  aus,  indem  diese  auf  wissenschaftliche  Grundlagen
  gestellt  und  hierdurch  zu  der  gegenwärtigen  L.eistungsfähigkeit
emporgehoben  wurde,  welche  zahlreiche  und  wichtige  Entdeckungen
auf  medizinischem  und  naturwissenschaftlichem  Gebiete  ermöglichte.
Dieses  Unternehmen  wurde  die  Grundlage  der  Carl  Zeiß-Stiftung,
welche  von  so  großer  Bedeutung  für  die  fernere  Blüte  der  Universität
geworden  ist.

Hervorzuheben  ist  auch  die  bestehende  Verbindung  der  Uni-Das

  Unterrichtswesen  im  Deutschen  Reich,  1.  37