578  Die  einzelnen  Universitäten.

versität  mit  dem  landwirtschaftlichen  Institut,  da  nur  wenige  Universitäten
  Deutschlands  ähnliche  Einrichtungen  für  das  landwirtschaftliche
Studium  besitzen,  an  den  meisten  sogar  die  Landwirtschaftslehre  überhaupt
  nicht  vertreten  ist.

Während  ursprünglich  die  akademischen  Dozenten  in  der  Regel
in  ihnen  eigentümlich  gehörenden  oder  gemieteten  Privaträumen  ihre
Vorlesungen  hielten,  wurden  im  Jahre  1861  sämtliche  Vorlesungen,  die
keines  besonderen  Apparates  bedürfen,  in  das  durch  Erwerb  und
Umbau  eines  größeren  Privathauses  beschaflte  sogenannte  „Neue
Kollegiengebäude“  verlegt.  In  einigen  Jahren  werden  die  Dozenten
in  einen  I904  zu  beginnenden  Neubau  übersiedeln,  zu  dessen  Kosten
außer  den  vier  an  der  Universität  beteiligten  Staaten  die  Carl  Zeit-Stiftung,
  die  Stadt  Jena  und  ein  vermögender  Privatmann  bedeutende
Summen  beisteuern.

Sehr  langsam  und  allmählich  entwickelte  sich  im  Laufe  des
19.  Jahrhunderts  neben  den  Vorlesungen  die  Einrichtung  der  Seminaricn,
welche  zur  Abhaltung  wissenschaftlicher  und  praktischer  Übungen
dienten.  So  entstanden  zu  Beginn  des  Jahrhunderts  die  Seminarien
der  theologischen  Fakultät  und  das  philologische  Seminar,  um  Mitte
des  Jahrhunderts  das  staatswissenschaftliche  und  das  pädagogische
Seminar,  letztere  beiden  als  erste  Einrichtungen  dieser  Art  in  Deutschland.
  Erst  in  den  letzten  Jahrzehnten  kam  die  Seminareinrichtung  zu
allgemeinerer  Durchführung,  soweit  sie  überhaupt  anwendbar  war.
Die  modernen  Institute  beginnen  sich  mit  wenigen  Ausnahmen  (Sternwarte,
  Mincralog.  Institut,  Botanischer  Garten),  erst  scit  Mitte  des
19.  Jahrhunderts  zu  entwickeln,  teilweise  im  Anschluß  an  schon  vorhandene
  Sammlungen.  Erst  in  der  allerjüngsten  Zeit  erreichte  diese
Entwicklung  ihre  volle  Höhe,  nachdrücklichst  und  umfassend  gefördert
besonders  durch  die  reichen  Mittel,  welche  verschiedene  Privatstiftungen,
  vor  allem  wiederum  die  Carl  Zeiß-Stiftung,  der  Universität
zur  Verfügung  stellten.  Die  öffentlichen  Kliniken  gingen  aus  privaten
Veranstaltungen  der  medizinischen  Professoren  zu  Ende  des  18.  und
Anfang  des  19.  Jahrhunderts  hervor  und  fanden  eine  immer  vollkommenere
  Ausgestaltung  im  Anschluß  an  die  Landeskrankenhäuser,
die  zurzeit  einem  planmäßigen  und  allmählichen  Umbau.  unterliegen.
Die  Bibliothek  ist  dem  wachsenden  Raumbedürfnis  entsprechend
erweitert  und  mit  moderner  Einrichtung  verschen  worden.  Manche
Sammlungen,  welche  die  Universität  besitzt,  sind  von  hervorragendem
Werte,  so  das  orientalische  Münzkabinett,  welches  eines  der  bedeutendsten
  ist,  die  existieren,  die  mineralogischen  und  geologischen,