582  Die  einzelnen  Universitäten.

ein  Neubau  zur  Aufnahme  von  nerven-  (nicht  geistes-)  kranken  Patienten
im  Anschluß  an  die  psychiatrische  Klinik  ausgeführt.  Die  Anstalt,
deren  Etat  sich  in  Einnahme  und  Ausgabe  auf  210408  bezw.
2070628  M.  beziffert,  bezieht  zurzeit  cinen  Staatszuschuß,  und  nur
600  M.  aus  der  Universitätskasse  (Bose-Stiftung)  zu  Zwecken  des
klinischen  Unterrichts,  erhält  sich  somit  selbst.

Das  pharmakologische  Institut,  gegründet  im  Jahre  1901,
und  anfangs  im  chemischen  Institut  untergebracht,  befindet  sich  seit
1.  Oktober  1903  im  chemaligen  hygienischen  Institutsgebäude.
Dotation  2000  M.

Die  philosophische  Fakultät  zählt  19  Ordinarien*),  6  ordentliche
  Honorarprofessoren,  27  außerordentliche  Professoren  und  9  Privatdozenten
  sowie  |  Lektor.  Außerdem  ist  1  Lehrer  der  Tierheilkunde
vorhanden,  welcher  dem  Verbande  der  Universität  nicht  angehört.

I.  Der  philosophischen  Fachgruppe  (Philosophie  und  Pädagogik)
  gehören  an  2  Ordinarien,  1  ordentlicher  Honorarprofessor,
3  Privatdozenten.

Das  pädagogische  Seminar,  verbunden  mit  einer  Übungsschule,
  wurde  von  Schulrat  Dr.  Stoy  im  Jahre  1843  begründet.  Die
Anleitung  der  Scminarmitglieder  zu  praktischen  Übungen  erfolgte
anfänglich  in  einer  Klasse  der  städtischen  Freischule,  späterhin  in
emem  von  dem  Gründer  selbst  erbauten  Schulhause,  der  Johann
Friedrich-Schule,  in  welcher  mehrere  Klassen  der  städtischen  Bürgerschule
  untergebracht  wurden.  Nach  Stoys  Ableben  1885  wurde  die
Verbindung  des  Seminars  mit  der  Johann  Friedrich-Schule  aufgehoben
und  eine  besondere  dreiklassige  Schule  eingerichtet,  in  welcher  die
Seminarmitglieder  praktische  Unterweisung  im  Unterrichten  crhalten.
Für  diese  Schule  ist  1808  ein  eigenes  Gebäude  errichtet  worden.
Die  Leitung  besitzt  der  Inhaber  der  pädagogischen  Professur,  ordentlicher
  Honorarprofessor  Dr.  Rein.  Dotation  525  M.

2.  Altertumswissenschaft  (griechische  und  lateinische  Philologie,
  Archäologie,  alte  Geschichte):  3  Ordinarien,  1  (nicht  mehr
lesender,  ordentlicher  Honorarprofessor  und  4  außerordentlicher
Professor.

*j  Haeckel  (Zoologie),  Delbrück  (Sanskrit  und  vergleichende  Sprachwissenschaft),
Eucken  (Philosopbie),  Gelzer  (alte  Geschichte),  Thomae  (Mathematik),  Liebinann  (Philesophie),
  Goctz  (klassische  Philologie),  Stahl  (Botanik),  Pierstort!  (Nationalökonomie  und
Statistik),  I.orenz  (Geschichte),  Winkelmann  (Physik),  Hirzel  (klassische  Philologie),  Knorr
(Chemie),  Linck  (Mineralogie  und  Geologie),  Cloetta  (romanische  Sprachen),  Michels

(Germanistik),  Vollers  (orientalische  Sprachen‘,  Gutzmer  (Mathematik),  Edler  (Landwirt.
schaftslehrc).