54  Die  einzelnen  Universitäten.

stühle  zu  besetzen  und  für  die  Erhaltung  der  Universität  Sorge  zu  tragen,  doch  hört  die
bisherige  Spaltung  in  ein  fürstliches  und  ein  rätliches  Kollegium  auf  und  die  Amtszeit
des  Rektors  wird  auf  ein  volles  Jahr  festgesetzt.  Das  Kompatronat  der  Stadt  blieb  bei
Bestand  bis  zum  8.  September  1827,  von  welchem  Tage  ab  der  Tandesherr  alleiniger
Patron  der  Universität  ist.

Am  27.  April  1789  wurde  die  Universität  Bützow  geschlossen;  am  20.  Mai  trat
der  aus  Helmstedt  berufene  Ober-Kirchen-  und  Konsistorial-Kat  D.  J.  C.  Velthusen  -ein
Amt  als  erster  Rektor  der  wieder  vereinigten  Hochschule  an;  der  L.ehrkörper  bestand
am  Ende  des  ersten  Rektorats  aus  20  Professoren,  10  Privatdozenten  und  2  L.ektoren;
auch  Reit-,  Fecht-  und  Tanz-I.chrer  fehlten  nicht.  Die  Zahl  der  neuimmarrikulierten
Studenten  betrug  72,  zusammen  mit  den  in  Rostock  schon  vorhandenen  und  den  von
Bützow  her  übernommenen  dürfte  sie  ungefähr  auf  140  zu  schätzen  sein.

Von  den  im  18.  und  19.  Jahrhundert  hier  tätigen  Gelehrten  mag
gedacht  werden  der  Theologen  Joh.  Fecht,  H.  Ch.  Engelcken,
A.  )J.  v.  Krakewitz,  J.  N.  Quistorp,  F.  X.  Acpinus,  J.  Hartmann,
J.  H.  Pries,  C.  F.  A.  Fritzsche,  G.  F.  Wiggers,  O.  Krabbe,  F.  Delitzsch,
M.  Baumgarten,  F.  A.  Philippi;  der  Juristen  Joh.  Klein,  J.  J.  Schoepfter,
E.  J.  F.  Mantzel,  J.  P.  Schmidt,  H.  Becker,  J.  L.  Stein,  W.  V.  Wiese,
A,  F.  Trendelenburg,  J.  Ch.  Quistorp,  A.  F.  Reinhard  (diese  3  aus
Bützuw),  A.  F.  H.  Posse,  J.  M.  Martini,  A.  D.  Weber,  C.  F.  Mühlenbruch,
  G.  Beseler,  H.  Thöl,  Otto  Mejer,  Th.  Muther,  H.  Böhlau;  der
Mediziner  J.  E.  Schaper,  G.  Detharding,  G.  Ch.  Detharding,  G.  Ch.
Handtwig,  AA.  Schaarschmidt,  P.  Spangenberg  (beide  zuerst  in  Bützow),
S.  G.  Vogel,  W.  Josephi,  A.  F.  Nolde,  G.  H.  Masius,  Wildberg,
C.  Strempel,  F.  H.  Stannius,  Bergmann,  Veit,  Ackermann,  Henke,
König,  Ponfick;  der  der  philosophischen  Fakultät  angehörigen
J.  H.  Sibrand,  J.  C.  Wolf,  B.  H.  Rönnberg,  J.  Ch.  Eschenbach,
W.  J.  G.  Karsten  (auch  in  Bützow),  H.  V.  Becker,  H.  J.  Lasius,
Eobald  Toze,  Nik.  Tetens  (beide  in  Bützow),  ©.  G.  Tychsen  (vorher
in  Bützow),  J.  Chr.  D.  Schreber,  Fr.  Chr.  L.  Karsten,  G.  Ph.  HM.
Normann,  Ileinr.  Friedr.  Linck,  J.  S.  Beck,  J.  G.  Huschke,  L..  Bachmann,
  F.  V.  Fritzsche,  H.  G.  Floerke,  Imm.  Huschke,  V.  A.  Huber,
J.  Röper,  K.  Hegel,  G.  Voigt,  K.  Bartsch.

3.  Gegenwärtiger  Zustand  der  Universität.

l.  Die  evangelisch-theologische  Fakultät  zählt  gegenwärtig
5  ordentliche  Professoren*)  und  einen  Extraordinarius.  Sie  verfügt
über  einen  jährlichen  Dispositionsfonds  von  330  M.

Das  seit  1841  bestehende  homilctisch-katechetische  Seminar,
  welches  wiederum  als  die  unmittelbare  Fortsetzung  des  schon

*,  1.  Schulze,  Nösgen,  Hashagen,  Walther,  Volck.