612  Sonstige  ößentliche  akademische  Anstalien.

bewilligt,  insbesondere  für  das  Fach  der  klassischen  Philologie,  12
für  allgemeine  bibliothekarische  Zwecke  &amp;3WW0  M.  Häufig  sind  auch
seitens  der  Unterrichtsverwaltung  höchst  wertvolle  Werke  als  Geschenke
  überwiesen  worden.  Die  Bibliothek  zählt  zurzeit  10.593
Nummern  in  etwa  21  100  Bänden.

Von  Anfang  an  existierte  neben  der  Bibliothek  auch  cin  physikalisches
  Kabinett,  heute  zu  einem  naturwissenschaftlichen  Kabinett
mit  Abteilungen  für  Astronomie,  Physik,  Chemie,  Zoologie,  Botanık
und  Mineralogie  erweitert,  dotiert  mit  40  M.

Fin  antik-archäologisches  Kabinett  bat  Professor  Dr.  Weifsbrodt
1880-81  mit  Zustimmung  des  Kollegiums  beantragt;  zunächst
machte  er  scit  1881  Anschaffungen  auf  Grund  außerordentlicher  Bewillizungen,
  bis  im  Jahre  1880  300  M.  dauernd  in  den  Etat  eingestellt
wurden;  durch  Jahresbeitrag  der  Stadt  seit  1898  sticg  die  Summe
auf  JW  M.;  außerdem  haben  scit  den  Wer  Jahren  Kreis  und  Provinz
beigetragen.  Die  Sammlung  wird  bestimmungsgemäß  von  anderen
l.ehranstalten  und  dem  weiteren  Publikum  mitbenutzt.

Seit  1883  bemühte  sich  Professor  Dr.  Dittrich  um  Ansammlung
von  veranschaulichenden  T.chrmitteln  für  den  Unterricht  in  der  christlichen
  Kunstarchäologie.  Im  Jahre  1885  wurden  die  ersten  aufserordentlichen
  Bewilligungen  gemacht;  heute  sind  für  das  christlicharchäologische
  Kabinett  300  M.  in  den  Etat  eingestellt.

In  den  Sommern  1893  und  1894  entstand  durch  die  Bemühungen
des  Professors  Dr.  Niedenzu  mit  einem  Kostenaufwand  von  wenig
mehr  als  SW)  M.  cin  botanischer  Garten,  zunächst  für  das  Lyzeum,
nebenher  auch  für  die  andern  niederen  und  höheren  Braunsberger
L.chranstalten  (Gymnasium,  l.chrerseminar,  höhere  Mädchenschulen)
und  zur  Belehrung  des  weiteren  Publikums,  daher  von  6-12  und
I—7  Uhr  geöffnet.  Der  Garten  umfaßt  nur  Freilandkulturen  und
zwar  eine  systematische  Abteilung  mit  etwa  3500  Arten  nach  natürlichen
  Familien  geordnet,  Arznei-  und  Giftpflanzen,  Kulturpflanzen.
Der  Etat  enthält  für  den  botanischen  Gärten  1100  M.  mit  Einschlufs
cines  Jährlichen  Zuschusses  der  Stadt  Braunsberg  von  100  M.

Im  Jahre  IAW  legten  die  Professoren  Weißbrodt  und  Röhrich
eine  Münzsammlung  an;  sie  ist  im  Etat  mit  300  M.  dotiert.

Der  Gesantetat  des  Lyzeums  beläuft  sich  gegenwärtig  auf62  321M.,
wovon  9)  S00  M.  auf  Gehälter  und  4.  WO  M.  auf  Lehrmittel  entfallen.

Da  der  Plan,  auch  die  Studierenden  der  Theologie  aus  Westpreußen
  nach  Braunsberg  zu  ziehen,  trotzdem  schon  Fürstbischof
Joseph  von  Hohenzollern  dies  auch  im  Interesse  des  Deutschtums