618  Sonstige  öflentliche  akademische  Anstalten,

Akademie  für  das  militärärztliche  Bildungswesen  hervorgehenden
Unterärzte,  welche  vor  Ablegung  der  ärztlichen  Prüfung  in  das
Charite-Krankenhaus  zu  Berlin  kommandiert  werden,  diese  Zeit  auf
das  praktische  Jahr  angrerechnet  wird“.

An  Studienhonoraren  für  die  Lehrer  an  der  Kaiser  Wilhelms-Akademie
  sind  im  Etat  für  103  —4  vorgesehen:  21  feste  Honorare  zu
@OM.  und  1  zu  4S0M.  Privathonorargelder  89200  M.  Die  Mitglieder
des  Wissenschaftlichen  Senates,  die  nicht  aktive  Sanitätsofhziere  sind,
erhalten  eine  Zulage,  Der  Etat  der  Anstalt  betrug  für  das  Jahr
IM  —1W04:  Besoldungen  28660  M.  (der  Generalstabsarzt  der  Armee
und  Direktor,  sowie  I  Subdirektor,  1  Oberstabsarzt  und  33  Stabsärzte
  erhalten  ihr  Gehalt  aus  anderen  Kapiteln  des  Etatsı,  andere
persönliche  Ausgaben  236870  M.,  sächliche  und  vermischte  Ausgaben
147844  M.  Der  Gesamtetat  also  413374  M.  Die  Akademie  verwendet,
neben  den  Zinsen  aus  milden  Stiftungen  zu  besonderen  Zwecken,  außerdem
  die  Zinsen  eines  Stammkapitals  von  1200  M.  zu  Unterstützungen
an  Ärzte  der  Akademie  bei  wissenschaftlichen  Sfudien,  zur  \Vermehrung
  der  Bibliothek,  Anschaffung  von  Instrumenten,  Phantomen,
anatomischen  und  anderen  Präparaten  und  deren  Erhaltung.

Dr.  Ziehen.

d)  Die  Königliche  Akademie  zu  Posen.

Die  am  4.  November  1903  durch  den  preußischen  Minister  der
geistlichen,  Unterrichts-  und  Medizinalangelegenheiten  Dr.  Studt  eröffnete
  Königliche  Akademie  zu  Posen  bildet  ein  Glied  jener  Kette
von  Veranstaltungen,  welche  berufen  sind,  das  geistige  und  wirtschaftliche
Gemeinwohl  in  den  Ostmarken  durch  wissenschaftliche  Arbeit  und  Bu-Ichrung
  zu  fördern.  Während  inWest-  und  Mitteldeutschland  jede  Provinz
und  jeder  größere  Bundesstaat  sich  des  Besitzes  einer  eigenen  Universität
erfreute,  war  der  gesamte  Osten  Deutschlands  bisher  auf  die
beiden  Hochschulen  zu  Königsberg  und  Breslau  als  ihre  einzigen
akademischen  Bildungsstätten  angewiesen.  Weder  eine  Universität
noch  cine  andere  Hochschule  konnten  die  Provinzen  \Westpreußen
  und  Posen  ihr  eigen  nennen.  Doch  „wo  dem  Deutschen
kein  geistiges  Leben  blüht,  wo  ihm  Kunst  und  Wissenschaften  fehlen,
verkümmiert  er“,  so  äußerte  der  Reichskanzler  Graf  Bülow  in  seiner
Rede  im  preußischen  Abgeordnetenhause  am  13.  Januar  IM.

Diese  Erwägung  yab  den  Anlaß  zur  Begründung  der  Posener
Akademie,

Im  Gegensatze  zu  den  anderen  deutschen  Hochschulen  wendet