62  Sonstige  öflentliche  akademische  Anstalten.

Staat,  Aristoteles  Metaphysik,  Spinozas  Ethik  und  Kants  Kritik  der
reinen  Vernunft“  (Kühnemann)  336  Zuhörer,  zu  einer  Vorlesung  über
Logik  112,  zu  Wiedenfelds  Vorträgen  über  „Deutschlands  Wirtschaftsentwicklung
  im  19.  Jahrhundert“  154  Teilnehmer  zusammenfanden.
Den  l.chrkörper  bilden  außer  dem  Rektor  (Professor  Dr.  E.  Kühnemann)
  und  dem  Prorektor  (Medizinalrat  Professor  Dr.  Wernicke)
11  teils  hauptamilich,  teils  nebenamtlich  wirkende  Professoren,
4  Dozenten  und  11  in  Posen  ansässige  oder  auswärtige  Gelehrte,
welche  mit  der  Abhaltung  von  Vorlesungen  beauftragt  sind.

Der  starke  Erfolg,  den  die  Posener  Akademie  im  ersten  Semester
ihres  Bestehens  errungen  hat,  bietet  die  beste  Gewähr  dafür,  daß  sie
in  Verbindung  mit  den  übrigen  dort  bereits  vorhandenen  wissenschaftlichen
  Instituten,  der  in  Jahre  IW1  eröffneten  Kaiser  Wilhelm-Bibliothek,
  dem  Kaiser  Friedrichs-Muscum,  dem  hygienischen  Institut,
für  das  wissenschaftliche  T.eben  im  Osten  Deutschlands  neue  reiche
Quellen  erschließen  wird.

J.  Norrenberg.

e)  Die  wissenschaftlichen  Anstalten  und  das  Vorlesungswesen  in
Hamburg.

In  Hamburg  wurde  1613  das  akademische  Gymnasium  gegründet,
welches  als  eine  Mittelanstalt  zwischen  Schule  und  Universität  die
„Fortsetzung  der  Ausbildung  in  den  Schulwissenschaften  und  Beförderung
  einer  gründlichen,  allseitig  wissenschaftlichen  Vorbereitung  der
von  der  Schule  Abgehenden  zur  Erlernung  der  den  Universitäten
ausschliesslich  vorbehaltenn  Wissenschaften“  bezweckte.  Zur  Erfüllung
dieser  Aufgabe  sollten  nach  der  „Ordnung  des  Gymnasii  von  1052"
in  demselben  „hinfürter  nebenst  dem  Rectore  noch  fünf  Professors
bestellet,  und  von  ihnen  Mathesis,  Togica,  Metaphysiea,  Physica,  Philosophia
  Practica,  Studium  eloquentiac,  historiarum,  humanitatis  et  linguarun,
  nachden  einem  jeglichen  seine  Profession  zugeordnet,  getrieben,
  die  Theologica  aber  vom  Sccundario  L.ectore  im  Dohm  am
gewöhnlichen  Orte  gelesen  werden“.

Der  Zutritt  zu  diesen  Vorlesungen  stand  bis  in  die  Mitte  des
18.  Jahrhunderts  ausschließlich  den  am  Akademischen  Gymnasium  inskribierten
  Gymnasiasten  offen,  wie  dementsprechend  auch  der  Inhalt
der  Vorlesungen  ausschließlich  den  Zwecken  der  letzteren  diente.

Das  Akademische  Gymnasium  stand  lange  Zeit  hindurch  in
Blüte;  der  wissenschaftliche  Ruf  seiner  Professoren,  unter  denen  sich
Männer  wie  Joachim  Jungius,  Johann  Albert  Fabricius,  Hermann