Das  Königl.  Institut  für  experimentelle  Therapie  in  Frankfurt  a.  M.  629

legst,  wo  es  seinen  Betrieb  in  einem  von  der  Stadt  zur  Verfügung  gestellten
  Neubau  eröffnet  hat.

Die  Aufgaben  des  Instituts  bestehen  in  erster  Linie  in  Forschungen
auf  dem  Gebiete  der  experimentellen  Therapie,  in  der  Ausbildung
und  experimentellen  Prüfung  der  neueren  therapeutischen  Methoden.
Das  Institut  gewährt  seinen  Angestellten  und,  soweit  dies  angängigr  ist,
selbständigen  Forschern  des  In-  und  Auslandes  die  Hilfsmittel  zu  wissenschaftlichen
  Arbeiten,  die  in  den  Rahmen  dieses  Programmes  fallen.

Eine  weitere  Hauptaufgabe  ist  die  amtliche  Kontrolle  des  Serunıs.
Bisher  unterliegen  der  obligatorischen  Kontrolle  von  seiten  des  Instituts
das  Diphtherie-Heilserum,  das  Tetanus-Heilserum  und  das  Tuberkulin,
der  fakultativen  Kontrolle:  Streptococcen-Heilsera,  Sera  gegen  den
Schweine-Rotlauf,  die  Schweineseuche  und  Schweinepest  und  das
Sobernheinische  Milzbrandserum.  Die  hierzu  erforderlichen  Prüfungsmethoden
  sind  zum  großen  Teile  im  Institut  selbst  ausgearbeitet
worden  und  werden  durch  fortgesetzte  Forschungen  vervollkommnet.
Das  Institut  Iiefert  das  Standardserum,  welches  die  Grundlage  der
Prüfung  des  Diphtheric-Heilserums  bildet,  an  zahlreiche  Prüfungsinstitute
des  Auslandes.

Al  neue  Aufgabe  für  das  Institut  ist  die  wissenschaftliche  Erforschung
  der  Krebskrankheit  hinzugekommen.  Zu  diesem  Zweck  sind
in  einem  kleinen  Kreise,  vorwiegrend  in  Frankfurt  a.  M.,  auf  3  Jahre
verteilte  Beträge  in  der  Gesamtsumme  von  150.000  M.  gesammelt
worden.  Der  Grundstock  dieses  Fonds  stanımt  aus  der  Theodor
Sternschen  Stiftung,  deren  Zinsen  für  drei  Jahre  für  die  Krebsforschung
zur  Verfügung  gestellt  worden  sind.

Weiter  kommen  noch  hinzu  nach  einer  Sonderbestimmung  des
Vertrages  mit  der  Stadt  Frankfurt,  Untersuchungen  bakteriologischer
und  sero-diagnostischer  Natur,  welche  für  die  öffentlichen  Krankenhäuser,
  d.h.  für  städtische  und  Stiftungshospitäler  unentgeltlich  ausgeführt
  werden.  Ferner  übernimmt  die  baktenologisch-hygienische
Abteilung  des  Instituts  kostenlos  die  bLakteriologische  Ausbildung  der
Assistenten  und  Volontärc  der  städtischen  Krankenhäuser  und  liefert
für  die  städtischen  Krankenhäuser  die  benötigten  Bakterien-Nährböden
unentgeltlich.  Des  ferneren  werden  hygienische  Gutachten  und  Untersuchungen
  für  die  Stadt  Frankfurt  kostenlos  ausgeführt.

Für  die  Ärzte  der  Stadt  Frankfurt  werden  bakteriologische  Untersuchungen
  ausgeführt,  teils  kostenlos,  teils  gegen  Gebühren.

Nach  dem  Vertrage  hat  die  Stadt  die  mit  einem  ersten  Kostenaufwand
  von  117500  M.  auf  städtischem,  an  das  Krankenhausgrund-