0  Sonstige  öffentliche  akadeıinische  Anstalten.

stück  grenzenden  Terrain  erbauten  Haupt-  und  Nebengebäude  in  Dach
und  Fach  zu  unterhalten;  im  Jahre  1900  hat  sic  freiwillig  in  Anbetracht
der  wachsenden  wissenschaftlichen  Aufgaben  des  Instituts  und  der
damit  verbundenen  Vergrößerung  des  Bestandes  an  Versuchstieren
ein  zweites  Stallgebäude  für  11  100  M.  errichtet.  Die  Gebäude  verbleiben
  im  Eigentum  der  Stadt.  Die  Kosten  der  ersten  Institutseinrichtung
  waren  vom  Staate  bestritten.  Die  Kosten  des  Betricbes,
welche  dem  Staate  zur  Last  fallen,  sind  auf  747%  M.  veranschlagt
worden,  wovon  34000  M.  durch  Serumprüfungsgebühren  gedeckt
werden  sollen.  Wenn  und  insoweit  in  einem  Etatsjahre  die  laufenden
Ausgaben  des  Instituts  durch  die  Einnahmen  (Gebühren  u.  a.  m.)  nicht
gedeckt  werden,  so  ist  der  Fehlbetrag  bis  zu  einem  Hlöchstbetrage
von  100600  M.  von  der  Stadt  Frankfurt  zuzuschießen,  während  der
Rest  des  Fehlbetrages  dem  Staat  zur  Last  bleibt.  Der  Zuschuß
wurde  bisher  auch  in  der  angegebenen  Höhe  geleistet.  Es  ist  verabredet,
  dafs  die  Anstalt  nach  Möglichkeit  auch  als  Lehrinstitut  insoweit
  dienen  soll,  als  für  eine  beschränkte  Anzahl  von  Ärzten  dort
Kurse  abgehalten  werden.  Auch  werden  sich  der  Dircktor  und  die
wissenschaftlichen  Arbeiter  des  Instituts  (gegenwärtig  3  Mitglieder  und
5  Assistenten)  für  weitere  Vorlesungen  und  Kurse  zur  Verfügung  stellen.

Diese  Verabredungen  hängen  mit  dem  von  den  städtischen  Behörden
  getroffenen  Plan  der  Errichtung  einer  Akademie  für  praktische
Medizin  zusammen,  für  die  auch  das  von  Prof.  Dr.  Weigert  geleitete
Senkenbergsche  pathologisch-anatomische  Institut  in  Betracht  kommt
(s.  Abschn.  NXII).  Die  Ausführung  dieses  Projektes  ist  durch  bedeutende
  Zuwendungen  von  privater  Seite  gefördert  worden,  namentlich
durch  die  Stiftungen  der  Frau  Theodor  Stern  im  Betrage  von  500  000  M.
zur  Begründung  eines  „Theodor  Sternschen  Medizinischen  Instituts“,
der  Frau  Georg  Speyer  inı  Betrage  von  1  Million  M.  zur  Errichtung
eines  Zentralgebäudes  für  die  Akademie  (Georg  Speyer-Haus)  und
wissenschaftliche  T.aboratorien,  des  Herrn  Charlcs  Hallgarten  im  Betrigrce
  von  200  000  M.  zur  Knweiterung  des  Krankenhauses  durch  ein
therapeutisches  Institut  und  des  Herrn  Otto  Braunfels  im  Betragze  von
150  000  M.  für  ein  Kinderhospital.

Die  städtischen  Behörden  haben  im  Dezember  1%02  beschlossen,
mit  cinem  Gesamtaufwande  von  21,,  Mill.  Mark  das  städtische  Krankenhaus
  durch  den  Bau  weiterer  Krankenräume  und  anderer  Anlagen  um
450  Betten  zu  vergrößern,  ein  städtisches  hygienisches  Institut  mit
Lebensmitteluntersuchungsstelle  zu  errichten  und  die  Begründung  der
Akademie  in  die  Wege  zu  leiten.