632  Sonstige  öflentliche  akademische  Anstalten.

glieder  Professoren  an  dieser  Universität  sind.  Diese  Akademien
sind  folgende:

1.  Die  Königlich  Preutsische  Akademie  der  Wissenschaften  zu
Berlin.  Von  dieser  ist  bereits  im  Anhange  zu  dem  Artikel  über  die
Universität  Berlin  die  Rede  gewesen  (s.  S.  334).

2.  Die  Königliche  Gesellschaft  der  Wissenschaften  in  Göttingen.
Sie  wurde  1751  gegründet  und  1893  wesentlich  umgestaltet.  Sie
besteht  aus  einer  mathematisch-phy'sikalischen  und  einer  philologischhistorischen
  Klasse,  von  denen  jede  15  ordentliche,  25  auswärtige
und  75  korrespondierende  Mitglieder  hat.  Außerdem  können  Ehrenmitglieder
  gewählt  werden,  die  keiner  Klasse  angehören.  Die  ordentlichen,
  auswärtigen  und  Ehrenmitglieder  bedürfen  der  königlichen  Bestätieung.
  Der  Ausgabeetat  der  Gesellschaft  beträgt  für  103:  270648  M.

3.  Die  Königlich  Bayerische  Akademie  der  Wissenschaften  in
München,  1750  gegründet  und  1807  erweitert,  hat  cine  philosophischphilologische,
  eine  mathematisch-physikalische  und  eine  historische
Klasse.  Ihre  Mitglieder  sind  ordentliche  (gegenwärtig  44),  außerordentliche
  (9),  auswärtige,  korrespondierende  und  Ehrenmitglieder.
Die  ordentlichen  Mitglieder  werden  vom  König  bestätigt,  der  Präsident,
der  zugleich  Generalkonservator  der  wissenschaftlichen  Sammlungen
des  Staats  ist,  wird  vom  König  ernannt.  Der  Jahresctat  der  Akademie
beträst  80062  M.  Der  früher  mit  dem  ihrigen  verbundene  Ftat
der  meteorologischen  Zentralstation  und  des  Observatoriums  auf  der
Zugspitze  ist  jetzt  mit  47230  M.  selbständig  ausgeschieden.  Ver  Etat
des  Generalkonservatoriums  der  staatlichen  Sammlungen  (zu  denen
auch  viele  Universitätsinstitute  wrchören)  beträgt  297050  M.

+4.  Die  Königlich  Sächsische  Gesellschaft  der  Wissenschaften  in
Leipzig  ist  1846  gegründet  und  steht  unter  dem  Protektorat  des
Königs  von  Sachsen.  Sie  hat  eine  philosophisch-historische  und  eine
mathematisch-physische  Klasse  und  zählt  gegenwärtig  55  ordentliche
Mitglieder,  außerdem  auswärtige,  korrespondierende  und  Fhrenmitglieder.
  Sie  erhält  cinen  Staatszuschuß  von  20  000  M.

Schließlich  sei  hier  auch  die  „Leopoldinisch-Karolinische  Akademie
der  Naturforscher"  erwähnt,  eine  noch  aus  der  Zeit  des  alten  Reiches
stammende  gelehrte  Gesellschaft,  die  von  den  Kaisern  Leopold  I
(1672)  und  Karl  VI  große  Privilegien  erhielt.  Ihr  Sitz  ist  stets  am
Wohnort  ihres  Präsidenten,  seit  1879  ın  Halle.  Präsident  ist  gegenwärtig
  der  Geologe  Professor  Dr.  v.  Fritsch.  Sie  ist  in  9  Fachscktionen
geteilt  und  erhält  vom  Reiche  einen  Zuschuß  von  jährlich  4000  M.