640  Private  Anstalten  und  Stiftungen  für  höhere  Bildung.

Einzelvorträge  und  die  Beteiligung  an  allen  Exkursionen  und  Besichtigungen
  zu.  Das  Honorar  für  jede  weitere  von  ihnen  belegte
könversatorische  Vorlesung  beträgt  10  M.

Diese  Gebührenfestsetzungen  sind  nur  dadurch  ermöglicht
worden,  daß  die  Vorlesungen,  welche  zum  großen  Teil  von  Mitgliedern
  der  Vereinigung  gehalten  werden,  von  diesen  wie  von  den
übrigen  Dozenten,  wesentlich  aus  Interesse  für  die  Ziele  der  Vereinigung
  und  daher  ohne  oder  unter  geringer  Remunerierung  übernommen
  worden  sind;  soweit  trotzdem  Zuschüsse  erforderlich  sind,
werden  sie  aus  hierfür  disponiblen  Fonds  der  beteiligten  Ressorts  geleistet.

Es  darf  erwartet  werden  -—  und  diese  Hoffnung  teilen  mit  den
Mitgliedern  der  Vereinigung  auch  die  Teilnehmer  —  daß  die  Vereinigung
  für  staatswissenschaftliche  Fortbildung  zu  einer  dauernden,
etatsrechtlich  selbständig  begründeten  Einrichtung  wird,  welche
vielleicht  auch  —  gleichzeitig  mit  ihren  bewährten  Darbietungen  —
dem  Wunsche  nicht  nur  der  zahlreichen  juristischen  Teilnehmer  nach
Wiedereinführung  juristischer  konversatorischer  Vorlesungen  Rechnung
trägt.  Sicherlich  aber  dürfte  die  Vereinigung,  wenn  sie  in  der  bisherigen
  Weise  weiter  geleitet  wird  —  mar  nun  aus  ihr  die  seit
langen  erwünschte  Verwaltungsakademie  hervorgehen  oder  mag  sie
als  eine  Fortbildungshochschule  für  Rechts-  und  Staatswissenschaften
weiterbestehen  —  von  größten  Werte  sein,  nicht  nur  für  die  Verwaltungsbeamten,
  auch  für  die  übrigen  höheren  Beamten,  insbesondere
  die  Juristen,  für  die  Konmunal-  und  Privatbeamten  und  endlich
  für  weitere  Kreise.  l.  Juliusbergr.

b)  Volkshochschule  Humboldt-Akademie.

Der  Wissenschaftliche  Zentralverein  zu  Berlin,  welcher  durch
die  Initiative  des  bekannten  Nationalökonomen  Dr.  Max  IHlirsch  die
Ausbreitung  der  \Vissenschaft  insbesondere  durch  Errichtung  und
l.eitung  von  populär-wissenschaftlichen  Vorträgen  bezweckt,  schuf  die
Humboldt-Akademie,  die  am  13.  Januar  1879  eröffnet  worden  ist.

Dieses  Institut  will  nicht  Gelehrte  oder  Staatsdiener  erzichen,
sondern  solchen  Personen,  welche  die  Universität  nicht  besuchen
können  oder  bereits  verlassen  haben,  Gelegenheit  zu  einer  höheren
wissenschaftlichen  Weiterbildung  geben.  Dieses  Ziel  sucht  sie  durch
systematische  Vortragszyklen,  vollkommene  Leern-  und  l.chrfreiheit
für  beide  Geschlechter,  größtmöglichste  Anschaulichkeit  des  Unterrichts,
  sowie  dessen  eventuelle  Unentgeltlichkeit  für  Unbemittelte
zu  erreichen.  Die  Vortragszyklen,  worunter  im  allgemeinen  auch