(40  Private  Anstalten  und  Stiftungen  für  höhere  Bildung.

heben.  Die  Nachmittagskurse  gewähren  cine  gründliche  Vorbereitung
für  die  Oberlehrerinnen-Prüfung  und  die  hierbei  in  jedem  einzelnen
Fach  zu  crörternde  Disziplin  wird  systematisch  auf  4  bis  6  Semester
verteilt.  Im  Wintersemester  1%2;03  wurden  13  Vorlesungs-Zyklen
abgehalten,  18%  Teilnehmerkarten  ausgegeben  und  bei  den  Ober-Ichrerinnen-Prüfungen
  im  Dezember  1%2  und  Mai  103  waren
11  Schülerinnen  erfolgreich  beteiligt.  Das  Victoria-Lyzeum  hat  ein
dem  Universitätsunterricht  einigermaßen  parallel  laufendes  Studium
den  Frauen  Berlins  ermöglicht,  einen  großen  Einfluß  auf  den  sich
steigernden  Wissensdrang  derselben  ausgeübt,  für  eine  höhere  Auffassung
  des  weiblichen  Lehrberufes  bahnbrechend  gewirkt  und  somit
durch  den  Erfolg  seiner  Bestrebungen  den  Beweis  der  Lebens-  und
J.eistungsfähigkeit  geliefert.

g)  Mädchen-  und  Frauengruppen  für  soziale  Hilfsarbeit
zu  Berlin.

1893  wurde  der  Plan  gefaßt,  das  Interesse  und  die  Hilfsbereitschaft
  unbeschäftigter  Frauen  und  Mädchen  zu  gewinnen,  um  sie  den
zahlreichen  in  Berlin  bestehenden  Wohltätigkeitsanstalten  als  Helferinnen
  zuzuführen.  Für  diesen  Zweck  bildete  sich  ein  Komitee,  den
es  gelang,  eine  große  Anzahl  derartiger  Anstalten  mit  freiwilligen
Hilfskräften  zu  belegen  und  Dozenten  zu  gewinnen,  die  eine  dicsbezüglich
  theoretische  Durchbildung  der  Frauen  durch  Abhaltung
wissenschaftlicher  Kurse  vorzunehmen  beabsichtigten.  Die  Vereinigung
ist  am  18.  Dezember  1893  endgültig  ins  l.cben  gerufen  worden.  Die
Mitarbeiterinnen  gliedern  sich  in  Gruppen,  jede  Gruppe  wird  durch
eine  Vorsitzende  vertreten,  welche  die  Anleitung  zu  den  betreffenden
Beschäftigungen  crteilt  und  für  die  Kinführung  der  Helferinnen  in  die
einzelnen  Arbeitsgebiete  sorgt.  Zuvörderst  handelt  cs  sich  um  die
öffentliche  Armen-  und  Wäaisenpflege,  private  Wohlfahrtseinrichtungen
sowie  um  die  Tätigkeit  in  Blindenanstalten,  Kindergärten  und  Kinderhorten.
  Die  Vortragskurse  dienen  ausschließlich  zur  Vorbereitung
für  diese  Tätigkeit  und  sind  stets  im  Hinblick  auf  die  spätere  praktische
Verwertung  des  Gelernten  eingerichtet.  In  diesem  Sinne  werden
Vorträge  über  allgemeine  volkswirtschaftliche  Fragen,  Wohlfahrtseinrichtungen,
  Armenpflege,  Bürgerkunde,  Verfassung  und  Verwaltung,
Rechtsfragen,  Hygiene  und  Volksgesundheitspflege  abgehalten,  sowie
pädagogische  Kurse  und  Kurse  in  Blindenpficege  und  Blindenschrift
veranstaltet.  Besuche  von  Muster-  bezw.  öffentlicher  oder  privater