Dresden.  649

sodaß  der  auf  diesem  Gebiet  nicht  fachmäßigr  Gebildete  einen  Überblick
  über  den  Stand  und  die  allgemeinen  Ergebnisse  der  Wissenschaft
sewinnt“,  Die  zu  behandelnden  Fächer  sind  Geschichte,  deutsche
L.iteratur,  alte  und  neue  Sprachen,  Rechtswissenschaft,  Volkswirtschafts-Ichre,
  bildende  Kunst,  auch  Naturwissenschaft,  die  aber  mehr  zurücktritt.
  Das  Hochstift  zählt  etwa  1600  Mitglieder,  der  Mindestsatz  des
Jahresbeitrages  ist  8  M.  außer  einem  Eintrittsgeld  von  3  M.  Das
Vermögen  der  Anstalt  beträgt  SOO  000  M.,  die  Jahresausgabe  56  WW  M.
Als  besondere  Aufgabe  hat  sie  die  Unterhaltung  und  Pflege  des  ihr
schörenden  Gocthe-Hauses  übernommen.  In  dem  „Jahrbuch“  des
Hochstifts  werden  auch  wissenschaftliche  Arbeiten  veröffentlicht.

3.  Dresden.

Die  Gehestiftung

wurde  von  dem  Großkaufmann  Franz  Ludwig  Gehe  (geb.  1810,  gest.
1882)  gegründet  und  mit  einem  Kapitalvermögen  von  2.000.000  M.
ausgestattet.  Nach  den  letztwilligen  Verfügungen  des  Stifters  soll
die  Anstalt  den  Zweck  haben,  1.  eine  geeignete  Vorbereitung  und
Ausbidung  von  Männern,  welche  sich  dem  Dienst  der  Gemeinden
oder  einer  anderen  öffentlichen  Wirksamkeit  widmen  wollen,  zu  unterstützen
  und.  Männern  von  hervorragenden  Verdiensten  um  das  öffentliche
  Wohl  durch  Aufnahme  in  ein  zu  gründendes  „Herren-Stift‘“
oder  nach  Umständen  durch  Verleihung  von  Geldbenefizien  ein  sorgenfreies
  Alter  zu  verschaffen.

In  erster  Linie  steht  die  I.chrtätigkeit  der  Anstalt,  die  sich  vorzugsweise
  auf  das  Gebiet  der  Staats-  und  Volkswirtschaft  und  der
Verwaltungslehre  erstreckt.  Sie  eröffnete  ihre  Wirksamkeit  1885  mit
Veranstaltung  von  Vorträgen,  mit  denen  scıt  1803  auch  ein  staatswissenschaftliches
  Praktikum  nach  Art  eines  Seminars  mit  einer  beschränkten
  Zahl  von  Teilnehmern  verbunden  ist.  Es  sind  gegenwärtig
drei  ständire  Dozenten  angestellt,  die  größere  Vorlesungszyklen
halten,  und  zwar  aus  dem  Gebiete  des  öffentlichen  und  privaten
Rechts  (Professor  Dr.  Schanze,  der  Nationalökonomie  und  Finanzwissenschaft
  (Professor  Dr.  Wuttke)  und  der  moralischen  und  politischen
  Wissenschaften  (Dr.  Böttger).  Außerdem  werden  gelegentlich
auch  andere  Gelehrte  und  Fachmänner  zur  Abhaltung  von  Vortragsreihen
  gewonnen  und  ferner  findet  in  jedem  Winter  eine  Anzahl  von
Kinzelvorträgen  auswärtiger  Gelehrten  statt.