650  Private  Anstalten  und  Stiftungen  für  höhere  Bildung.

Außer  in  Dresden  läßt  die  Anstalt  auch  in  Plauen  i.  V.  Vorträge
  halten.  Der  Besuch  ist  durchweg  schr  befriedigend.  In  Dresden
hatten  sich  im  Winter  1902/03  1067  Hörer  für  8  Vortragsreihen  mit
ınn  ganzen  73  Vorträgen  einschreiben  lassen.  Die  Zahl  der  wirklich
Erschienenen  war  im  ganzen  6855  und  es  kamen  denmach  durchschnittlich
  auf  jeden  Vortrag  94.  Die,  1067  Eingeschriebenen  waren
übrigens  nur  608  verschiedene  Personen,  da  viele  Hörer  sich  an
mehreren  Vortragsreihen  beteiligen.  Die  Eingeschriebenen  gehören
den  verschiedensten  Ständen  an.  Am  zahlreichsten  sind  die  mittleren
Beamten  vertreten,  aber  es  nehmen  auch  höhere  Verwaltungsbeamte,
Richter,  Ärzte,  Geistliche,  Lehrer,  Kaufleute,  Gewerbetreibende  und
Arbeiter  teil.  Im  Winter  1901/02  war  die  Beteiligung  größer:  Die
Zahl  der  Einschreibungen  war  1406,  die  der  Personen  939  und  auf
jeden  der  88  Vorträge  kamen  durchschnittlich  9)  Hörer.

In  dem  staatswissenschaftlichen  Praktikum  fanden  im  Winter
1902,03  10  Übungsabende  statt  mit  der  durchschnittlichen  Teilnehmerzahl
  14.  Die  sechs  Einzelvorträge  hatten  in  dem  genannten  Winter
insgesamt  cine  Zuhörerschaft  von  3WO  Personen  und  die  durchschnittliche
  Besuchsziffer  betrug  demnach  650.

Alle  Vorträge  und  Übungen  werden  unentgeltlich  grehalten.

Die  Bibliothek  bildet  eine  reichhaltige  Sanımlung  von  Werken
aus  den  von  der  Anstalt  gepflegten  wissenschaftlichen  Gebieten  und
wird  ausgiebig  benutzt.  Die  Zahl  der  Entleiher  betrug  im  Jahre
19203  (vom  1.  Juli  bis  30.  Juni)  2311,  die  der  entlichenen  Bücher
15077,  die  Zahl  der  l.eser  in  Bibliothek  und  l.esezimmer  zusammen
22.870.

Was  die  Organisation  der  Stiftung  betrifft,  so  beruht  sie  jetzt
auf  den  neuen,  vom  sächsischen  Kultus-  und  Unterrichtsministerium
unter  dem  7.  Mai  12  bestätigten  Satzungen.  Die  Verwaltung  wird
geführt  von  einem  Direktorium,  das  in  bestimmten  Angelegenheiten
an  die  Beschlüsse  des  Stiftsrats  gebunden  ist,  dessen  Zusamniensetzung
  im  °  9  der  Statuten  festeesetzt  ist.  Das  Direktorium  besteht
aus  vier  Mitgliedern  des  Stiftsrats,  nämlich  einem  Direktor,  einem
ersten  und  einem  zweiten  stellvertretenden  Direktor,  die  vom  Stiftsrat
aus  seiner  Mitte  auf  je  drei  Jahre  gewählt  werden,  dem  Geschäftsführer
  und  einem  seiner  Stellvertreter.  Der  erste  Geschäftsführer,
Professor  Petermann,  ist  vom  Stifter  selbst  berufen  worden.  Nach
dessen  Abgang  wird  die  Stelle  vom  Stiftsrat  besetzt.  Der  Geschäftsführer
  ist  immer  zugleich  Mitglied  des  Stiftsrats.  Erster  Stellvertreter