Die  einzelnen  Unterrichtsfücher.  127

sokratische  Dialog,  bisweilen  Gorgias  oder  ein  Teil  des  Phaedon;,
daneben  Thukydides  und  eine  oder  die  andere  Rede  des  Demosthenes.
Von  Dichtern:  Homer  (in  den  vier  obersten  Klassen),  in  Prima
Sophokles,  meistens  zwei  Dramen,  daneben  auch  bisweilen  ein  Euripideisches
  Drama,  Proben  aus  der  Lyrik.  --  Auch  hier  ist  der
bayerische  Lchrplan  reichhaltiger;  er  schreibt  für  die  siebente  Klasse
‘OTL  neben  Xenophon  und  Herodot  schr  mit  Recht  auch  l.ukian
und  Plutarch  vor,  in  Prima  neben  kleineren  Reden  des  Demosthenes
auch  I.ysias,  Isokrates,  I.ykurg,  und  neben  den  beiden  anderen  Tragikern
  auch  Aeschylos.

Die  methodischen  Prinzipien  sind  dieselben  wie  im  lateinischen
Unterricht.  Ja,  für  den  eigentlichen  Sprachunterricht  fordert  die
l.chrordnung  den  engsten  Anschluß  an  das  Lateinische.  „Kurz  zu
erledigren  ist  ın  dem  grammatischen  Unterricht  alles  das,  was  im
l.ateinischen  bereits  vorwegrgenommen  ist,  insbesondere  die  allgemeinen
Begriffsbestimmungen.  Bei  der  Wahl  der  Grammatik  ist  darauf  zu
achten,  daß  ıhr  syntaktischer  Aufbau  mit  der  daneben  gebrauchten
lateinischen  Grammatik  im  wesentlichen  übereinstimmt.“  Kine  solche
Angleichung  vermag  dem  Geiste  der  griechischen  Sprache  schwerlich
gerecht  zu  werden,  auch  wenn  man  das  Hauptgewicht,  wie  cs  die
l.chrordnung  fordert,  auf  das  der  griechischen  Sprache  Eigentünliche
  legt.  Ebenso  leuchtet  cin,  daß  man  sich  eine  wesentliche
Steisrerung  der  formalen  Bildung,  welche  die  lateinische  Grammatik
verschafft,  von  einer  solchen  angleichenden  Behandlungs  des
Griechischen  nicht  versprechen  kann.  Ilicrüber  hat  sich  die  Behörde
auch  gewiß  nicht  getäuscht.  Aber  ihre  Vorschrift  erklärt  und  rechtfertigt
  sich  aus  der  Tendenz,  die  Sprache  nicht  ihrer  selbst  wegen,
sondern  als  Alıttel  zur  Lektüre  zu  behandeln,  eine  Tendenz,  die  im
griechischen  Unterricht  noch  entschiedener  hervortritt  als  im
lateinischen.  Daher  wird  denn  auch  hier  noch  strenger  als  dort
die  Auswahl  des  sprachlichen  I.chrstoffes  beschränkt.  Die  T.chrordnung
  wendet  sich  besonders  gegen  die  zahllosen  Einzelheiten,  mit
denen  der  grammatische  Unterricht  herkömmlicherweise  überladen
war:  „Belanglose  Einzelheiten,  namentlich  unnütze  Formalien  sind  aus
dem  I.chrstoff  zu  beseitigen.“  Zu  diesen  unnützen  Formalien  auch
die  Akzentlehre  zu  rechnen,  —  cin  Vorschlag,  der  in  den  letzten
Jahren  mehrfach  und  zum  Teil  von  autoritativer  Seite  gemacht  ist,  ——
hat  die  Behörde  sich  allerdings  nicht  entschließen  können;  unsere
Schüler  müssen  vor  wie  nach  Akzentregeln  lernen  und  Akzente
schreiben.  Doch  soll  Fehlern  dieser  Gattung  bei  Beurteilung  von