Die  einzelnen  Unterrichtsfächer.  145

der  Wärmelehre;  für  Untersekunda:  die  einfachsten  Erscheinungen
aus  der  Lehre  vom  Magnetismus  und  der  Elektrizität,  an
den  Realanstalten  auch  der  Akustik  und  Optik,  beides,  wie
schon  hervorgehoben,  in  experimenteller  Behandlung.  Dazu  kommen
an  den  Gymnasien  die  Anfangsgründe  der  Chemie  nebst  Besprechung
  einzelner  wichtiger  Mineralien;  und  dementsprechend
auf  den  Realanstalten  ein  vorbereitender  Lehrgang  der  Chemie  und
Mineralogie,  dem  auf  den  lateinlosen  Anstalten  besondere  Wochenstunden
  zugeteilt  sind.

b)  In  dem  zweiten  Kursus,  welcher  sich  auf  den  ersten  aufbaut,
soll  das  dort  gewonnene  Wissen  vertieft  und  erweitert  werden.  Auch
auf  dieser  Stufe  ist  das  Experiment  ein  wesentlicher  Bestandteil  des
Unterrichts;  aber  im  Gegensatz  zur  Unterstufe,  wo  es  mehr  qualitativen
Charakter  hatte,  wird  es,  besonders  an  den  Realanstalten,  hier  mehr
in  quantitativer  Richtung  behandelt.  Hierzu  tritt  die  mathematische
Behandlung  der  Hauptgesctzc.  Der  Unterricht  in  der  theoretischen
Optik  beschränkt  sich  (besonders  in  der  Lehre  von  der  Polarisation
und  Doppelbrechung)  auf  die  wichtigsten  Erscheinungen.  Aus  der
mathematischen  Erd-  und  Himmelskunde  sind  die  grundlegenden
Abschnitte  in  den  mathematischen  Stunden  der  Prima  zu  erledigen,  sodaß
dem  physikalischen  Unterrichte  nur  die  Ergänzungr  der  dort  gewonnenen
Kenntnisse  obliegt.  Auch  innerhalb  dieses  Kursus  dürfen,  wo  besondere
  Verhältnisse  es  empfehlen,  die  Lehraufgaben  von  einer
Klassenstufe  auf  eine  andere  verschoben  werden,  sofern  nur  das
Gesamtzicl  sicher  erreicht  wird.  —

Der  Unterricht  in  der  Mineralogie  wird  am  naturgemäfsesten
mit  dem  chemischen  Unterrichte  verbunden.  Doch  wird  unter
besonderen  Umständen,  z.  B.  an  Anstalten,  die  in  einer  mineralreichen,
bergbautreibenden  Gegend  liegen,  dem  mineralogischen  Unterrichte
eine  besondere  Berücksichtigung  zu  teil.  Zu  behandeln  sind  die
wichtigsten  Kristallformen  und  die  physikalischen  und  chemischen
Eisenschaften  der  hauptsächlichsten  Mineralien,  an  den  Realanstalten
auch  die  Elemente  der  Geognosie  und  Geologie.  —  In  der  Chemie
wird  darauf  Bedacht  genomnien,  daß  die  Schüler  nicht  etwa  durch
gleichmäßige  Behandlung  aller  Elemente  und  ihrer  Verbindungen  mit
l.chrstoff  überladen  und  zu  überwiegend  gedächtnismäßiger  Aneignung
genötigt  werden.  Soweit  möglich,  wird  im  Unterrichte  die  technische
Verwendung  chemischer  wie  auch  physikalischer  Wissenschaft  berücksichtigt.
  Ferner  werden  z.  B.  bei  der  Besprechung  von  Wasser,
Luft,  Nahrungrsmitteln,  sowohl  wichtige  hygienische  Gesichtspunkte,

Das  Unterrichtawesen  im  Deutschen  Keich.  11  10