Bar  Die  deut-chen  Kadettenkurps.

Zöplinge  im  preußischen  Kadettenkorps  aufgehoben  worden:  in  die  Räume  von  zweien
derselben,  des  Kadettenkorps  zu  Cassel  wud  desjenigen  zu  Ilaunover,  wurden  Königlich
Preußische  Kriegsschulen  gelegt.

Die  Zivillehrer  des  Kadettenkorps  sind  in  Preußen  und  Sachsen  Reichsbeamte,  in
Bayern  königliche  Beamte,  deren  Personalien  vun  der  königlichen  Unterrichtsverwaltung
dlerart  verwaltet  werden,  daß  zwischen  dem  Kadettenkorps  und  «den  höheren  Zivilanstalten
lehreranstausch  durch  Versetzung  möglich  bleibt.

I.  Das  Königlich  Preußische  Kadettenkorps.”)

Nachdem  von  1686  bis  1719  an  verschiedenen  Orten  der  Monarchie
  Kadettenkompagnien  und  Kadcttenakademien,  zum  Teil  nach
französischem  Vorbilde,  bestanden  hatten,  gestalteten  sich  im  lT.aufe
des  18.  Jahrhunderts  mehrere  Kadettenhäuser  annähernd  im  heutigen
Sinne  des  Wortes,  unter  denen  das  Berliner  Haus  von  1717  an  bei
weitem  die  erste  Stelle  einnimmt;  andere  Anstalten  bestanden  zu
Stolp  tvon  1769  an),  zu  Potsdam  (von  1724  an),  zu  Culm  (von  1776
an;  vgl.  Breysig,  das  Königliche  Kadettenhaus  zu  Culm  1776—-1876.
Culm  1876)  und  zu  Kalisch  (1793—  1806).  Die  Neugestaltung  des
preußischen  Militärbildungswesens  nach  1807  führte  u.  a.  zur  .Auflösung
  des  Stolper  Hauses  und  bereitete  die  Grundlinien  der  jetzigen
Verfassung  des  Kadettenkorps  vor;  im  Studienplane  von?  Jahre  1818
erscheinen  die  damals  noch  bestehenden  Anstalten,  die  Berliner,  Potsdamer
  und  Culmer,  „zu  einem  Ganzen  vereinigt“.

Das  Kadettenkorps  ist  zur  Zeit  folgendermaßen  gegliedert:  8  Voranstalten
  (Cöslin,  aus  der  1776  gegründeten  Anstalt  zu  Culm  hervorgegangen
  18%),  Potsdam  1724  bzw.  1769,  Wahlstatt  1838,  Bensberg  1140,
Plön  und  Oranienstein  1868,  Karlsruhe  1892,  Naumburg  I%W)  führen  die
nicht  vor  dem  10.  Lebensjahre  eintretenden  Zöglinge  von  VI  bis  OII
einschließlich:  nur  für  überalterte  Kadetten  bestehen  2  Obertertien

*)  Vgl.  im  allgemeinen  v.  Crousaz,  Geschichte  des  Königlich  Preußischen
Kadettenkorps.  Mit  6  Abbildungen  in  Farbendruck  und  7  MHolzschnitten,  Berlin  1857;
v.  Scharfenort,  Das  Königlich  Preußische  Kadettenkorps  1859  bis  1892  unter  den
Kaisern  und  Königen  Wilhelm  I,  Friedrich  III,  Wilhelm  I.  Auf  Veranlassung  des
königlichen  Kommandos  bearbeitet.  Mit  5  Tafeln  in  Steindruck.  Berlin  1892,  E.  S.
Mittler  &amp;  Sohn:  Bösser,  Erziehung  und  Unterricht  im  Königlich  Preußischen  Kadettenkorps.
  Berlin  1895,  Mittler  &amp;  Sohn.  Über  einzelne  Anstalten  vgl.  noch:  v.  Pelet-Narbuonne,
  Die  Haupt-Kadettenanstalt  zu  Lichterfelde  bei  Berlin,  Beihefl  7  zum  Militär-Wochenblatt
  1878;  I.  Herrig,  Die  Haupt-Kadettenanstalt  zu  L.iichterfejde.  Nebst  2
lithographischen  Tafeln.  Berlin  1878,  Enslin;  Neuber,  Zum  25.  Jahrestage  der  Übersiedelung
  «der  Haupt-Kadettenanstalt  nach  Groß-L.ichterfelde.  Sonderabdruck  aus  dem
Hohenzollernjahrbuch  1903;  F.  Lindner,  Wahlstatt  und  sein  Kadecttenhaus.  Zum
50  jährigen  Stiftungsfeste  bearbeitet.  Berlin  1888,  Mittler  &amp;  Sohn;  E.  Neubourg,  Bensberg
  und  sein  Kadettenhaus.  Zum  50  jührigen  Stiftungsfeste  zusammengestellt.  Mit  1  Abbildung

  in  Lichtdruck.  FEbenda  1890;  Ilecht,  Festrede  zur  Einweihung  des  neuen
l.chrgebändes  in  Oranienstein  am  8.  Angst  1902.  Diez  a.  1.  1902,  G.  Günther.