318  Das  Mädchenschwwesen.

christlichen  Kirche  iin  Anschluß  an  die  Lektüre  ausgewählter  Abschnitte  aus  der  Apostelgeschichte,
  Christenverfolgungen,  Augustinus,  Winfried,  Ansgar,  Adalbert  von  Prag,  Otiw
von  Bamberg,  Anselmus,  Bernhard  Clairvaus,  Tauler,  Johann  MHuß,  die  Brüder  vom
gemeinen  Leben,  die  Reformatoren  (Luther,  Melanchthon,  Zwingli,  Calvin),  Paul  Gerhart,
Franke,  Zinzendorf,  Oberlin,  Fliedner,  Wichern.

Im  katholischen  Religionsunterricht  wird  auf  der  Unterstufe
  neben  ausgewählten  Geschichten  aus  dem  alten  und  ncuen
Testament  der  kleine  Katechismus  gelernt.

Auf  der  Mittelstufe  wird  der  Katechismus  wie  die  biblische  Geschichte  in  zwei
konzentrischen  Kreisen  durchgenummen;  hiermit  wird  gelegentlich  des  Lehrstofls  oder
der  Festzeit  die  Erklärung  der  Kulthandlungen  des  Kirchenjahres  sowie  die  Drurchnahme
  einiger  kirchengeschichtlicher  Bilder,  nämlich  von  einzelnen  Heiligen  im  Anschlusse
  an  ihre  Gedächtnistage  verbunden.  Die  Übung  des  Kirchenliedes  wird  stufenweise
  fortgesetzt.  In  den  Klassen  dieser  und  der  folgenden  Stufe  werden  die  sonntäplichen
  Evangelien  (wenigstens  mit  Auswahl)  dem  Verständnis  der  Kinder  nahe
gebracht.

Auf  der  Oberstufe  handelt  es  sich  um  eine  Vertiefung  und  Zusammenfassung
der  Biblischen  Geschichte  des  alten  und  des  neuen  Testamentes.  Die  Kirchengeschichte
ist  unter  vorzugsweiser  Berücksichtigung  ausgewählter  Charakterbilder  einzelner  Perioden
und  Personen  zu  behandeln.  In  dem  Katechismus-Unterrichte  ist  vorzugsweise  die  Vertiefung
  des  Verständnisses  der  Heilslehren  und  die  Iirweiterung  der  Itturgischen  Kenntnisse
  anzustreben.

Ähnliche  Gesichtspunkte  bestimmen  den  Lehrplan  des  Deutschen.
Sie  treten  besonders  in  den  methodischen  Bemerkungen  zum  l.iteraturunterricht
  hervor.  „Dichter,  von  denen  die  Schülerin  durch  Lektüre
keine  Anschauung  erhält,“  heißt  es,  „sind  nicht  zu  behandeln.“  Die
literaturkundlichen  Unterweisungen  sollen  vielmehr  „un  einige  persönliche
  und  sachliche  Mittelpunkte  gruppiert  werden“,  von  denen  aus
die  Umgebung  beleuchtet  wird.  Der  l.ehrer  hat  als  Ziel  zu  betrachten,
  „vergangene  Zeiten  und  Menschen  lebendig  zu  machen,
bleibenden  Anteil  an  groflien  deutschen  Dichtern  und  an  ihrem
Wirken  zu  erwecken.  Der  Zusammenhang  der  Literatur  mit  der
politischen  Geschichte  und  der  allgemeinen  Kultur  der  Zeit  soll  überall
zum  Bewußtsein  gebracht  werden.  Die  Lehraufgaben  im  Deutschen
sind  die  folgenden:

I.  Unterstufe  (IN  VI):  Der  Unterricht  im  Deutschen  schließt  die  Übungen
im  Sprechen,  Lesen,  Schreiben  in  sich;  diese  (iegenstände  müssen  im  organischen
Z/usammenhange  miteinander  bleiben;  auch  den  Unterricht  im  Schönschreiben  in  den
Klassen  VIII  und  VIL  hat  möglichst  der  Lehrer  des  Deutschen  zu  erteilen.  Für  die
Sprechubungen  sind  konkrete  Gegenstände  und  gute,  nicht  überladene  Bilder  zu  benutzen.

Lesen  bis  zur  vollen  mechanischen  Geläufigkeit,  zuerst  nach  der  eingeführten  Fibel,
später  nach  dem  Lesebuche.  Erste  Übungen  in  der  mündlichen  Wiedergabe  des  Gelesenen.
Regelimißige  häusliche  Abschriften  in  mäßigen  Umfange.  Frlernung  kleiner  Gedichte
und  kurzer  erzählender  Prosastücke.  —  Die  einfachsten  Grundzüge  der  Rechtschreibung.

In  Kl.  VII.  Die  ersten  grammatischen  Belehrungen:  Redeteile  und  Glieder  des
eittfachen  Satzes.