399  Das  Madcheuschulwesen.

Im  Englischen  sind  die  Ziele  dieselben,  ebenso  Methodik  und
Lehrgang,  abgeschen  von  den  Änderungen,  die  durch  den  Charakter
der  Sprache  und  die  Zusammenschiebung  des  Unterrichts  auf  drei
Jahre  bedingt  sind.  Die  Verteilung  ist  die  folgende:

Die  grammatische  Aufgabe  bilde  für  Kl.  UI  die  Formenlehre,  namentlich  die
schwache  und  die  starke  Flexion  des  Zeitwortes  unter  strenger  Beschränkung  auf  das
notwendige  und  gebräuchliche  und  mit  Berücksichtigung  der  wichtigsten  syntaktischen
Verhältnisse,  die  zum  Verständnis  der  Formen  selbst  sowie  der  Lektüre  notwendig  werden.
Systematische  Zusammenstellung  des  graimmatischen  Stoffes  an  der  Hand  des  I.chr-  und
Lesebuches.  Der  Kl.  II  fallt  zu  die  Syntax  des  Verbum  (Hilfsverba,  Infinitiv,  Gerundium,
  Partizip,  Gebrauch  der  Zeiten,  das  unerläßliche  über  den  Konjunktiv).  Kl.  I  vervollständige
  die  Syntax  der  Kedeteile  namentlich  nach  der  Seite  der  Pronomina,  des
Artikels,  der  Präpositionen.  Überall  auch  hier  induktives  Verfahren  im  Anschluß  an
Mustersätze.

In  Geographie,  Rechnen  und  Naturwissenschäften  stechen
pleichfalls  praktische  Gesichtspunkte  im  Vordergrund,  und  eine  besondere
  Rücksicht  auf  die  Bedürfnisse  gerade  des  weiblichen  l.ebenskreises
  gibt  wenigstens  für  die  beiden  letzten  Fächer  den  Zuschnitt.
Der  geographische  Unterricht  soll

„die  Schülerin  im  eigenen  Vaterlande  heimisch  und  mit  underen  Kulturländern  bekannt
machen,  soll  sie  über  Gestalt  und  Bewegung  der  Erde,  über  die  Entstehung  der  Tugesund
  Jahreszeiten  u.  ü.  belchren;  er  soll  ihr  aber  auch  die  notwendigsten  Kenntnisse  aus
der  Völkerkunde,  der  I’flanzen-  und  Tiergeograplie  sowie  die  Bekanntschaft  mit  det
wichtigsten  der  heutigen  internationalen  Himdels-  und  Verkehrsverhältnisse  vermittcht,
und  so  an  seinem  Teile  zur  Einführung  der  heranwachsenden  Mädchen  in  das  Verständnis
der  Welt  und  des  Lebens  beitragen.“

Nachdem  in  Kl.  VII  die  wichtigsten  geographischen  Grundbegrifie
  durch  den  Unterricht  in  der  Heimatkunde  vorbereitet  sind,
baut  sich  der  l.chrgang  im  wesentlichen  folgendermaßen  auf:

Mittelstufe  (VI—IV):  Kl.  VI.  Befestigung  der  Grundbegriffe.  Erste  Anleitung
zum  Verständnis  des  Reliefs,  des  (Globus  und  der  Karten.  Oro-  und  hydrographische
Verhültuisse  der  Frdoberfläche  im  allgemeinen,  das  Bild  der  Heimat  nach  denselben
Gesichtspunkten  im  besonderen,  ohne  Zugrundelepung  eines  Liehrbuchs.

Kl.  V.  Preußen  und  Deutschland  physisch  und  poliusch  unter  Benutzung  cine=L.chrbuches.


Weitere  Einführung  in  das  Verständnis  der  Kartenbilder.  Anfänge  im  Entwerfen
von  einfschen  Umrissen  an  der  Wandtafel.

Kl.  IV.  Physische  und  politische  Erdkunde  der  außerdeutschen  Länder  Eurupan.

Die  ander  um  «das  Mittelmeer.  JIintwerfen  einfacher  Kartenskizzen  an  der  Wanddtafel
und  auf  Blattern.

Oberstufe  (I  —D:  Kl.  1  Die  außereuropäischen  Erdteile  mit  besonderer
Berücksichüguug  der  dentschen  Kolonien  und  der  Vereinigten  Staaten  von  Nordwnerika.
  Beziehungen  zu  Dentschland.  -—-  Kartenskizzen.

Rl.  II.  Wiederholung  und  Ergänzung  der  physischen  und  politischen  Krdkunde
der  außerdeutschen  Länder  Europas.