24  Das  Mädchenschulwesen.

Tafel,  Heft,  Briefumschlag,  Fenster,  Tür,  Papierbut,  Drachen,  Dachgiebel,  Schild,  Sage,
Axt,  Messer,  Hinfeisen,  Zange,  Schere,  Ball,  Ballschläger  usw.

Dax  Zeichnen  an  der  Wandtafel  md  ans  dem  Gedächtnis  wird  schr  geübt.

Klasse  V.  Der  Unterricht  geht  vom  Zeichnen  aus  dem  Gedächtnis  nun  zum
Zeichnen  nach  Naturformen  über.  Es  treten  hier  Pınselübungen  im  Treffen  von  Form
und  Farbe  hinzu.  Die  Schülerinnen  zeichnen  auf  einem  Block  von  weißem  Tapier  mit
Bleistift,  Kohle  und  Kreide,  tuschen  die  Zeichnungen  mit  Wasscrfarben.

Die  Naturfornen  sind  folgende:  einfache  Blätter,  Maiglöckchenblatt,  'Tulpenblatt,
L.inde,  Verlchen,  F.phen,  wilder  Wein,  Akazie,  Ahom,  echter  Wein,  Kastanie,  Stechpalme
u.a.  m.  Später  kommen  Schmetterlinge  hinzu.

Klasse  IV.  Der  Unterricht  bleibt  auch  hier  Klassenunterricht;  doch  werden
solchen  Schülerinnen,  «die  schneller  vorschreiten,  einzeln  oder  gruppenweise  noch  andere
Aufgaben  gestellt.

Es  treten  hier  schwierigere  Dilatt-  und  Bhitenformen  hinzu,  die  von  den  Schülerinnen
selbständig  für  kunstgewerbliche  Arbeiten  verwendet  werden.  Form  und  Farbe  werden
in  dieser  Klasse  zu  größerer  Vollendung  gebracht.

P’illanzenformen:  Palme,  Furren,  Schlinggewächse,  Lilie,  Distel,  Kuktus,  Azaleen,
Schmetterlinge,  Küfer  u.  a.  Fortsetzung  von  'Treffübungen  der  Form  und  Farbe.

Klasse  II.  Zeichnen  plastischer  Gegenstände,  Gefäßformen,  mit  Bleistift,  Kreide
und  Wasserfarbe  ausgeführt.  —  Wiedergabe  von  Licht  und  Schatten,  perspektivische
Übungen  von  Teilen  des  Zeichensaales  und  des  Schulgebäudes.

Klasse  II.  Im  Sommerhalbjahr  werden  Pflanzen  nach  der  Natur  gezeichnet  und
gemalt.  —  Es  muß  auf  getreue  Wiedergabe  der  Form  geachtet  werden,  Licht  und  Schatten
werden  mit  Bleistift  ausgeführt,  über  die  fertige  Zeichnung  der  Farbenton  angelejt.  —
Im  Winterhalbjahr  werden  Vögel  und  (efüßformen  gezeichnet,  Stillleben  usw.  Auch  in
diesen  Klassen  wird  das  Zeichnen  an  der  Wandtafel  und  aus  dem  Gedächtnis  fortgesetzt.

Klasse  I.  Darstellen  einfacher  Natur-  und  Kunnstformen,  Wiedergabe  von  Licht
und  Schatten,  Malen  mit  Wasserfarben,  Treflübungen  von  Form  und  Farbe  einfacher
I’Ranzen  ohne  Vorzeichnung.  Gedächtniszeichnen  un  der  Tafel.  Zeichnen  schwieriger
Natur-  und  Kusstformen,  farbige  und  Kohlenzeichnung  von  Blättern,  Blumen  und  Früchten.
Auch  schwarze  und  weiße  Kreide  kommt  zur  Anwendung.  PVerspektivische  Darstellungen
von  Geräten  ans  der  nächsten  Umgebung,  Zusammenstellung  von  Stillleben.

Die  l.chraufgaben  für  den  Handarbeitsunterricht  sind  die
folgenden:

Kl.  VIE  (drittes  Schuljahr):  Tläkeln  (Starke  Stahlhaken  init  Holzer,  starker
gedrellter  Baumwollenfaden).

Kl.  VI  und  V:  Stricken.  Ausbessern  der  Strümpfe.

Kl.  IV  und  I:  Nühtuch,  Zeichentich,  Stopftuch.

Kl.  11  und  1:  Das  Ilemd.  Das  Ausbessern  der  Wäsche.  Sticktuch.

Für  den  Gesangunterricht  ist  folgende  allgemeine  Einteilung
sepeben:

Mittelstufe  (VI--IW):  Notenlernen.  --  Versetzungszeichen.  Durtonletter  und
Durtonarten.  Einfache  melodische  and  rIythmische  Übungen.  Einstimmige  Chonile,
einstimmige,  in  Kl.  IV  auch  zweistimmige  Volkslieder,  einstimmige  Psalmen.

Oberstufe  (I1—J):  Molltonarten.  Fortsetzung  der  melodischen  und  rhythmischen
Übungen.  Einstimmige  und  mehrstimmige  Volkslieder,  Psalmen,  Ilymnen  und  Motetten.
Wiederholungen  der  Volkslieder  und  Chorale  aller  Stufen  bis  zum  sichern  Besitz  wach
\ort  und  Weise.