Der  gegenwärtige  Sand  des  Madchenschulnesens  in  Deutschland.  327

und  Vulkane,  3.  Wie  Jaßt  sich  die  Schlußszene  des  Gedichtes  der  Taucher  als  Geinälde
darstellen,  4.  Wie  ich  mir  die  Höhle  des  Cvklopen  Polyphem  vorstelle,  5.  Die  Wüste
Sahara  und  das  Meer  (ein  geographischer  Vergleich),  6  Der  Schlaf,  ein  Wohltüter  der
Menschen,  7.  Verdient  die  Gudrun  mit  Recht  die  deutsche  Odyssee  genannt  zu  werden  ?,
8.  Kine  selbsterdachte  Weihnachtsgeschichte,  9.  Bertran  vor  und  nach  dem  Tode  seines
Freundes  (nach  Ullands  Gedicht  Bertran  de  Bom),  10.  Der  Ritterschlag,  11.  Armndıs
leben,  12.  Hans  Euler  (Verwandlung  des  Gedichtes  in  eine  Prosaerzühlung).

Klasse  II:  1.  Das  Glück  von  Edenhall  (Erzählung  des  Schenken),  2.  Not  bricht
Eisen,  3.  Wie  rettete  sich  Tell  aus  der  Gewalt  des  Landvogts,  4.  KarlV.,  5.  Bestimmung
der  Glocke,  6.  Wie  ist  die  nordische  Sage  von  Brunhilde  im  Nibelungenliede  umgestaltet
worden?,  7.  Drei  Weihnachtsfeier,  8.  Wie  wurden  die  Franzosen  von  der  göttlichen
Sendung  der  Johanna  d’Arc  uberzeugt?,  9.  Niederlage  und  Siege  Deutschlands  in  der  Zeit
Ludwigs  XV.

Rlasse  I:  1.  Goethes  Erziehung  im  Flternhause,  2.  Disposition  zu  Goethes  Gedicht
das  Göttliche,  3.  Der  Mensch  bedarf  des  Menschen,  $%.  Noch  ist  es  Tag,  «la  rühre  sich
der  Mann,  die  Nacht  bricht  an,  wo  niemand  wirken  kann,  5.  Die  Vorreschichte  in
Gioethes  Hermann  und  Dorothea,  6.  Der  Gang  der  Handlung  in  Wallensteins  lager,
7.  Die  Sendung  Questenbergs  in  das  Lager  von  Pilsen,  8.  Die  Hiobsposten  in  Wallensteins
Tod,  9.  Der  Eislauf  (Ode  von  Klopstock),  10.  Die  Umgegend  der  Heimatstadt,  11.  Le
Songe  d’Athalie,  12  Mon  depart,  13.  La  Preface  d’Athalie,  14.  Paris,  15.  ‘The  Story  of
the  three  Caskets,  16.  Life  on  a  River,  17.  Childe  Harold’s  Departure  from  England,
18.  A  Letter.

Nun  hat  seit  Erlaß  der  Bestimmungen  von  1894  die  Eintwicklung
  im  Mädchenschulwesen  sich  so  gestaltet,  daß  die  vorgeschriebenen
J.chrziele  schon  jetzt  vielfach  dem  praktischen  Bedürfnis  nicht  mehr
genügen.  Vor  allen  Dingen  fordert  die  Gegenwart  eine  stärkere
Berücksichtigung  der  mathematischen  und  naturwissenschaftlichen
Fächer,  und  es  ist  beabsichtigt,  bei  einer  demnächst  zu  erlassenden
Neuordnung  diese  Fächer  stärker  in  den  Vordergrund  treten  zu  lassen.
Schon  jetzt  hat  man  in  der  königlichen  Augustaschule  zu  Berlin
begonnen,  auf  der  Oberstufe,  d.  h.  in  den  drei  letzten  Jahren  eines
zehnklassigen  Systems,  Mathematik  in  wöchentlich  4  Stunden  zu
betreiben,  um  so  die  Schülerinnen  über  das  bisher  geforderte  Gebiet
der  populären  Geometrie  hinaus  in  die  eigentliche  Mathematik  einzuführen
  und  die  Bedeutung  dieses  Faches  für  die  intellektuelle  Schulung
  voll  zur  Geltung  kommen  zu  lassen.

Der  vorläufig  für  diesen  Mathematikkursus  angesetzte  l.ehrplan
umfaßt  folgendes:

I.  Arithmetik:  Die  vier  Grundrechnungsarten.  Zerlegung  in  Faktoren.  Proportionen,
  l’otenzen  und  Wurzeln.  Gleichungen  1.  Grades  mit  einer  und  mehreren  Unbekannten.
  Einfache  quadratische  Gleichungen.  Zahlreiche  angewandte  Gleichungen.

I.  Planimetrie:  Die  Lehre  von  den  Geraden,  Winkeln,  Dreiecken,  Parallelogrammen.
  Das  wichtigste  aus  der  Kreisichre.  Die  l.chre  von  der  Gleichheit  und  Ähnlichkeit
  der  Figuren.  Ausmessung  der  Fläche  gradliniger  Figuren.  Ausmessung  des
Kreises.  Konstruktions-  und  Verwandlungsaufgaben.

III.  Stereometrie:  Propädeutischer  Kursus  über  die  einfachen  Körper,  Nerechnungen
  von  Oberflächen  und  Inhalten.