110  Volksschulwesen.

In  Bayern  waren  im  Schuljahre  1899/1900

6318  Schulen  in  allen  Klassen  gemischt,

115  „  „  einzelnen  „,  „
457  „  reine  Knabenschulen  und
463  „  „   Mädchenschulen.

Württemberg  hatte  am  1.  Januar  1903

2205  Schulen  mit  4086  Klassen  mit  nicht  oder  nicht  vollständig
getrennten  Geschlechtern,

62  „  „..  3609   „   ,  die  reine  Knabenschulen  und
67  »  „434  »   ,  die  reine  Mädchenschulen  waren.

Aus  Baden  liegen  keine  Angaben  vor.

Im  Großherzogtum  Hessen  waren

897  Schulen  nach  den  Geschlechtern  ganz,
58  „  ‚.  „  „  zum  Teil  gemischt  und
28  „  »n  „  vollständig  getrennt.

In  Elsaß-Lothringen  gab  es  1%01/2

einklassige  zweiklassige  drei-  und  mehrklassige  zusammen

reine  Knabenschulen  476  85  143  704
‚„  Mädchenschulen  465  86  142  693
Schulen  mit  gemischten  Unterklassen  u.  getrennten  Oberklassen  283
‚,  „  lauter  gemischten  Klassen.  .  .  .  .  2...  ..1147.

2.  Die  Lehrpläne.

Über  Gliederung  und  Lehrgegenstände  der  Volksschule  in
Preußen  sprechen  sich  die  „Allgemeinen  Bestimmungen“  folgendermafßsen
  aus:

„S  12.  Die  Volksschule,  auch  die  einklassige,  gliedert  sich  in
drei  Abteilungen,  welche  den  verschiedenen  Alters-  und  Bildungsstufen
  der  Kinder  entsprechen.  Wo  eine  Volksschule  vier  Klassen
hat,  sind  der  Mittelstufe  zwei,  wo  sie  deren  sechs  hat,  jeder  Stufe
zwei  Klassen  zuzuweisen.

6  13.  Die  Lehrgegenstände  der  Volksschule  sind  Religion,
deutsche  Sprache  (Sprechen,  Lesen,  Schreiben),  Rechnen  nebst  den
Anfängen  der  Raumlchre,  Zeichnen,  Geschichte,  Geographie,  Naturkunde,
  Singen  und  für  die  Knaben  Turnen,  für  die  Mädchen  weibliche
Handarbeiten.