Organisation  der  Volksschule.  Lehrpläne,  Methoden,  Disziplin  u.  Lehrmittel.  137

Camera  obscura,  zerlegbares  Auge,  Mikroskop.  —  D.  Chemie:  1.  Eine  Kollektion
chemischer  Gerätschaften.  2.  Eine  Kollektion  Chemikalien.

IX.  Zeichenunterricht:  1.  Ein  Kasten  mit  Schmetterlingen.  2.  Ein  Kasten  mit
gepreßten  Pflanzenblättern.  (In  den  Klassen,  in  welchen  die  neue  Methode  noch  nicht
zur  Geltung  gekommen  ist,  werden  noch  die  früheren  Lehrmittel  gebraucht,  nämlich:
3.  Stuhlmann,  Wandtafeln.  Serie  A,  B  und  Reihe  C.  4.  1  Satz  Holzmodelle  (einfache
Formen).  5.  4  Stück  Übergangsmodelle  von  Zergiebel.  6.  6  Gefäßformen,  Holzmodelle
von  Zergiebel.  7.  35  Gipsmodelle  (Blumenstücke,  Ornamente).  8.  Schulze,  Farbige
Ornamente.

X.  Gesangunterricht:  1.  7  Stück  Geigen.  2.  Hauer,  Skalaschlüssel  (zur  Veranschaulichung
  der  Tonarten).

Außerdem  besitzt  die  Schule  eine  Lehrerbücherei  von  100  Werken,  welche
folgende  Abteilungen  umfaßt:  1.  Religion.  2.  Pädagogik.  3.  Deutsch,  Literatur.  4.  Naturkunde.
  5.  Geschichte.  6.  Geographie.  7.  Verschiedenes.

Die  Kosten  für  die  Beschaffung  dieser  Lehr-  und  Lernmittel  einschließlich  der
Lehrerbibliothek  betragen  etwas  über  5000  Mark.

Die  Lehrmittel  der  198.  Gemeindeschule  für  Mädchen  mit  19  Klassen
und  970  Schulkindern  unterscheiden  sich  in  ihrem  Bestande  nicht  wesentlich  von
denen  der  Knabenschule;  es  wird  daher,  um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  auf  eine  Aufzählung
  im  einzelnen  wohl  verzichtet  werden  können,  doch  ist  die  Mädchenschule  entsprechend
  der  geringeren  Stundenzahl  für  Raumlehre  und  den  naturkundlichen  Unterricht
in  ihrem  Lehrplane  nicht  so  reich  mit  Apparaten  und  Anschauungsmitteln  für  Geometrie,
Physik  und  Chemie  ausgestattet  wie  die  Knabenschule.  Dafür  besitzt  sie  aber  eine  z.  T.
von  dem  Lehrerkollegium  gestiftete  reichhaltige  Sammlung  von  naturgeschichtlichen  und
geographischen  Objekten,  wie  zoologischen  und  botanischen  Präparaten,  Mineralien,
Kolonialwaren  und  Medikamenten  und  einige  Anschauungsmittel  für  den  Unterricht  in
den  weiblichen  Handarbeiten.

Die  Lehr-  und  Anschauungsmittel  im  einzelnen  nach  ihrem
Zweck  oder  Werte  zu  beurteilen,  ist  nicht  die  Aufgabe  dieses  Werkes.
Es  muß  jedoch  wohl  eines  Hilfsmittels  für  den  Unterricht  eingehender
gedacht  werden,  das  eine  grundlegende  Bedeutung  für  die  ganze
Jugenderziehung  beanspruchen  darf  —  des  Lesebuches.

Die  Bedeutung  des  Werkes,  an  dem  die  Kinder  die  schwierige
Kunst  des  Lesens  und  die  Gesetze  ihrer  Muttersprache  lernen,  aus
welchem  sie  die  ersten  Anregungen  zum  selbständigen  Denken  und
zur  Gestaltung  ihrer  ethischen  und  politischen  Weltanschauung  schöpfen,
braucht  hier  nicht  dargelegt  zu  werden.  Leider  müssen  wir  eingestehen,
  daß  die  augenblicklich  in  Deutschland  gebräuchlichen  Volksschullesebücher
  nicht  ganz  auf  der  Höhe  der  besten  ausländischen
Werke  dieser  Art  stehen.  Weder  nach  Inhalt  noch  nach  äußerer
Ausstattung  kann  sich  ‘die  Mehrzahl  unserer  Volksschullesebücher
mit  den  besten  amerikanischen  und  englischen  Readers  messen.  Ich
denke  dabei  beispielsweise  an  die  nach  Inhalt  und  Ausstattung  vortreffliche
  Sammlung:  „School  Reading  by  Grades,  by  James  Baldwin,“
American  Book  Company,  und  an  „The  King  Alfred  Readers,“  London,
F.dw.  Arnold.