150  Volksschulwesen.

angrenzenden  Friedhof  zu  entziehen.  Gruppierung  sämtlicher  Schulräume
  um  einen  gemeinschaftlichen  Hof.  Besonders  breite  \Vorplätze
  und  Treppen.  Erbaut  1900—1%1.  Baukosten  315000  M.

Barmen.  Volksschule  an  der  Eichenstraße.  Dreigeschossiges
(Gebäude  für  15  Klassen,  für  Turnhalle  und  Rektorwohnung.  Im
Kellergeschoß  Räume  für  Brausebadanlage  und  Haushaltungsunterricht.
  Niederdruckdampfheizung.  Kosten  der  ganzen  Anlage
257000  M.

Berlin.  Über  die  Anlage  der  Berliner  Volksschulhäuser  spricht
sich  der  Stadtbaurat  Ludwig  Hoffmann  folgendermaßen  aus*):  „Unter
den  von  der  Stadt  zu  errichtenden  Gebäuden  nehmen  die  Schulbauten
der  Zahl  nach  die  erste  Stelle  ein.  So  wurden  hier  in  den  letzten
drei  Jahren  zusammen  18  Gebäude  für  31  Schulen  mit  32  900  Schülerplätzen
  vollendet  und  dem  Betrieb  übergeben.

Die  Gemeindeschulen  sind  in  der  Regel  Doppelschulen;  in  einem
(sebäude  werden  eine  Knaben-  und  eine  Mädchenschule  untergebracht.
Sie  erhalten  gewöhnlich  je  16—20  Lehrräume,  gemeinschaftlich  eine
Aula  und  eine  Turnhalle  mit  Nebenräumen,  eine  Physikklasse  mit
Apparatenzimmer,  zwei  Amtszimmer  für  die  beiden  Rektoren,  zwei
Konferenzzimmer,  ein  Lehrerinnenzimmer  und  eine  Brausebadanlage.

Wie  in  anderen  Städten,  so  wurden  auch  hier  in  den  letzten
Jahren  die  Ansprüche  in  schultechnischer  und  sanitärer  Hinsicht  wesentlich
  erhöht.  Statt  einer  Physikklasse  mit  Apparatenzimmer  werden
jetzt  deren  zwei  verlangt,  zwei  Kinderhorte  mit  einem  Utensilienraum
kamen  hinzu,  der  Turnhalle  wurde  ein  Garderobenraum  mit  Waschtoilette
  beigefügt,  und  in  verschiedenen  Gemeindeschulen  wurden
Schulkochküchen  eingerichtet.  Die  Aborte  werden  möglichst  nicht
mehr  vom  Schulgebäude  entfernt  auf  den  Höfen  angelegt,  sie  werden
vielmehr,  um  den  Kindern  den  Gang  im  Freien  bei  Regen  und
Schnee  zu  ersparen,  im  Schulgebäude  selbst,  und  zwar  in  verschiedenen
  Geschossen  verteilt,  untergebracht.  Die  Mäntel,  Hüte  und
Schirme  der  Kinder,  welche  in  früheren  Jahren  auch  in  nassem  Zustande
  in  den  Schulzimmern  aufbewahrt  wurden,  finden  jetzt  auf  den
erweiterten  Korridoren  Platz.“

Unter  den  in  den  letzten  Jahren  hergestellten  Volksschulhäusern
gehören  die  Doppelschulen  in  der  Wilmsstraße  (28.  und  217.  Gemeindeschule),
  in  der  Glogauer  Straße  (219.  und  232.  Gemeindeschule),

*)  Neubauten  der  Stadt  Berlin.  Bd.  1.  S.  7.  Verlag  von  Bruno  Hessling.  Berlin

und  New-York.  1902.