Die  Schulhäuser.  153

s.  Z.  in  einem  Vortrage,  „die  Bauart  und  die  Einrichtung  der  städtischen
  Schulen“,  gehalten  am  12.  Februar  I%W0  im  Frankfurter  Architekten-
  und  Ingenieur-Verein,  näher  ausgeführt  hat.

Die  neuen  Volksschulen  zeichnen  sich  besonders  durch  weitchende
  Berücksichtigung  aller  Forderungen  der  Hygiene,  breite
Treppen  und  Korridore,  gute  Heizung  und  Beleuchtung,  praktische
Schulbänke  usw.  aus.  Als  ein  Beispiel  eines  zweckentsprechend  und
eschmackvoll  eingerichteten  Schulhauses  wird  dem  Ausländer  neben
anderen  Frankfurter  Volksschulen  die  am  1.  Oktober  1902  der  Benutzung
  übergebene  Bonifatiusschule  zu  empfehlen  sein.  „Die  Gesamtanlage
  enthält  auf  einem  Grundstück  von  5250  qm  das  vierweschossige
  Klassengebäude  mit  einer  Grundfläche  von  700  qm,  die
an  dieses  angebauten  Äbortanlagen  (IWW  qm),  die  durch  einen  gedeckten
  Gang  mit  dem  Hauptgebäude  verbundene  Turnhalle  von
328  qm  und  das  Wohnhaus  mit  Rektor-  und  Schuldienerwohnung
(150  qm).  Das  Grundstück  enthält  einen  Spiel-  und  Turnplatz  von
2800  qm,  einen  Schulgarten  von  300  qm  und  einen  Garten  für  den
Rektor  von  300  qm.

Die  Grundrißeinteilung  weicht  wenig  von  der  Grundform  ab,  die
sich  in  Frankfurt  in  den  letzten  Jahren  herausgebildet  hat.  Sämtliche
Räume  —  8  Klassen  für  Knaben,  8  für  Mädchen,  Rektorzimmer,
Konferenz-,  zugleich  Lehrerzimmer,  Lehrerinnenzimmer,  Zeichen-  und
Singsaal  —  liegen  einseitig  an  einem  3,5  m  i.  l.  breiten  Flur,  der
durch  die  Kleiderablagen  auf  5,03  m  verbreitert  ist.  Von  diesem
Flur  ist  in  den  drei  Obergeschossen  durch  Glaswände  je  ein  Raum
abgetrennt,  der  im  I.  Obergeschoß  als  Vorzimmer  für  den  Rektor
und  Wartezimmer,  im  II.  Obergeschoß  als  Sammlungszimmer  und  im
III.  als  Modellzimmer  dient.  Die  Abteilung  mittels  Glaswänden
ist  gewählt,  um  einerseits  die  Übersichtlichkeit  des  ganzen  Flures
durch  den  Einbau  nicht  zu  beeinträchtigen,  und  um  andererseits  den
Kindern  Einblick  in  die  mit  den  Glaswänden  verbundenen  Glasschränke
  für  Sammlungen  und  dadurch  Gelegenheit  zur  Betrachtung
der  Sammlungsgegenstände  während  der  Pause  zu  gewähren.  Im
Dachgeschoß  befinden  sich  außerdem,  im  äußeren  durch  die  Giebel
erkennbar,  drei  Säle  von  zusammen  255  qm  für  den  Handfertigkeitsunterricht
  in  der  Schreinerei,  Schlosserei  und  in  Papierarbeiten.  Die
sich  an  der  l.ängsseite  des  Flures  ergebenden  geräumigen  Dachzwickel
  sind  zu  Kammern  und  Schränken  zur  Aufbewahrung  von
Matcrialien  und  Handwerkszeug  ausgebaut.

Der  Spielplatz  ist  2800  qm  groß,  bietet  also  bei  %0  Kindern