158  Volksschulwesen.

Die  Kosten  für  die  hergestellten  Baulichkeiten  einschließlich  des
Schulhofes  und  des  Mobiliars  betragen  388000  M.  Der  zweite  Teil
des  Gebäudes  mit  ebenfalls  16  Klassen  wird  jetzt  errichtet  und  kostet
340000  M.  Das  Grundstück  ist  4500  qm  groß.  Die  bebaute  Fläche
wird  1100  qm  betragen.

Worms.  Neusatzschule,  Baukosten  313000  M.  Nibelungenschule,
  Baukosten  250  000  M.

Würzburg.  Zentralschulhaus.  Volksschulhaus  für  29  Klassen
zu  je  60  Kindern.  Einseitige  Korridorbebauung.  Gruppierung  sämtlicher
  Schulräume  um  einen  nach  der  Straße  offenen  Hof.  Bauart:
massiv  aus  Stein  und  Eisen.  Fassaden  nach  der  Straße  mit  weißem
Sandstein  verkleidet.  Baukosten  620  000  M.

Nach  Anlage  und  Bauplan  sind  diese  neuen  Schulen  ebenso
verschieden  wie  nach  Umfang  und  nach  den  aufgewendeten  Mitteln.
Nach  der  Anordnung  der  Klassenzimmer  lassen  sie  sich  in  zwei  große
Gruppen  scheiden,  in  solche,  deren  Schulsäle  zu  beiden  Seiten  der
Korridore  liegen  und  in  solche  mit  einer  Flucht  von  Zimmern.  Die
erstere  Anordnung  ist  die  billigere,  weil  sie  eine  ausgiebigere  Ausnutzung
  des  Raumes  gestattet,  aber  sie  hat  gewöhnlich  schlechte
Belichtung  der  Korridore  und  Treppenaufgänge  zur  Folge,  wenn  auch
dieser  Übelstand  durch  große  Fenster  an  den  beiden  Enden  der
Korridore,  Lichtflure,  die  zugleich  zur  Unterbringung  der  Garderoben
dienen  können,  oder  Lichthöfe  vermindert  werden  kann.  In  einigen
Schulen  sind  beide  Gruppierungen  der  Klassen  an  den  Korridoren  in
den  verschiedenen  Flügeln  desselben  Gebäudes  zur  Anwendung  gebracht.
  Die  einreihigen  Klassenfluchten  ermöglichen  eine  gute  Belichtung
  der  Korridore  und  eine  bessere  Durchlüftung  der  Klassenzımmer
  nach  der  Schulzeit.

Neben  einer  großen  Zahl  von  neuen,  schmucklosen,  in  schlichten,
symmetrischen  Formen  gehaltenen,  darum  aber  hygienisch  und
technisch  keineswegs  minderwertigen  Bauten  werden  in  Deutschland
in  den  letzten  Jahrzehnten  von  den  wohlhabenderen  Gemeinden  für
ihre  großen  Schulorganismen  moderne  Monumentalbauten  geschaffen,
welche  nach  Anlage  und  Ausführung  zu  den  stattlichsten  Gebäuden
der  Städte  gehören.  München  gebührt  der  Ruhm,  in  diesem  Sinne
vorangegangen  zu  sein,  aber  auch  Berlin  und  kleinere  Städte  haben
diese  Bahn  mit  Erfolg  betreten.

Diese  großen  Schulbauten  lehnen  sich  im  allgemeinen  an  Baustile
  der  Vergangenheit  an  und  sind  zum  großen  Teil  in  den  Formen
der  nordischen  Ziegelsteingotik,  der  Renaissance  oder  eines  schlichten