200  Volksschulwesen.

zusammenfassende  Darstellungen  über  kürzere  oder  längere  Perioden
der  lokalen  Schulgeschichte.

Einen  wichtigen  äußeren  Mat3stab  für  die  Fortschritte  des  Volksschulwesens
  einer  Stadt  geben  Zahl,  Umfang  und  Einrichtung  der
Schulneubauten.  Nur  ausnahmsweise  und  im  Notfalle  verzichten
wohlhabende  Gemeinden  auf  die  Errichtung  eigener,  allen  Bedürfnissen
  der  Einschulung  entsprechender  Schulhäuser.  Die  Benutzung
von  gemieteten  Räumlichkeiten  bietet  trotz  ihrer  größeren  Billigkeit
Anlaß  zu  so  vielen  schultechnischen  und  hygienischen  Bedenken,  daß
im  allgemeinen  nur  selten  zu  diesem  Auskunftsmittel  gegriffen  wird.
Ebenso  findet  die  Benutzung  derselben  Schulräume  durch  zwei  Klassen
zu  verschiedenen  Zeiten  (Halbtagsschulen,  überzählige  oder  fliegende
Klassen)  in  den  Städten  nur  ausnahmsweise  Anwendung.  Nach  dem
Verwaltungsbericht  des  Magistrats  zu  Berlin  (Städtische  Schuldeputation)
  für  das  Etatsjahr  1902  gab  es  bei  258  Volksschulen  noch
28  Mietsschulhäuser  für  23  Volksschulen  und  5  Filialabteilungen  ;
die  Zahl  der  fliegenden  Klassen  betrug  im  Sommerhalbjahr  24,  im
Winterhalbjahr  18.

Über  die  Anlage  und  Einrichtung  der  städtischen  Volksschulbauten
  ist  bereits  an  einer  anderen  Stelle  ausführlich  gesprochen
worden.  In  welchem  Tempo  diese  Bauten  vor  sich  gehen  müssen,
um  mit  der  Entwicklung  gleichen  Schritt  zu  halten,  und  welche  Anforderungen
  an  Raum  und  Einrichtung  und  damit  an  Geldkosten  für
neue  Schulanlagen  gestellt  werden,  möge  hier  aus  zwei  Übersichten
über  die  Charlottenburger  (Tabelle  5  auf  Seite  197)  und  Berliner
Volksschulneubauten  (Tabelle  6  auf  Seite  197)  ersehen  werden.

2.  Gegenwärtiger  Stand  des  städtischen  Volksschulwesens.

Über  den  Umfang  und  Zustand  des  Volksschulwesens  von
deutschen  Städten  mit  mehr  als  150000  Einwohnern  gibt  Tabelle  7
(Seite  198  und  199)  Aufschluß.

Über  die  Kosten,  welche  das  städtische  Volksschulwesen  verursacht,
  und  die  Quellen,  aus  denen  diese  Kosten  gedeckt  werden,
geben  die  Tabellen  8  und  9,  allerdings  aus  dem  Etatsjahr  1899/1900
bezw.  1899,  für  eine  große  Anzahl  von  Städten  Auskunft.