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kann,  daß  es  vielmehr  Grundlagen  gibt,  auf  denen  der  Lehrer  später
für  seine  Weiterbildung  zu  bauen  imstande  ist.  Auf  engste  Verbindung
  der  Übungsschule  mit  dem  Seminarunterricht,  für  den  im
wesentlichen  der  Lehrplan  der  Volksschule  maßgebend  ist,  wird
größter  Wert  gelegt,  ebenso  auf  eine  religiöse  und  vaterländische
Erziehung.  Der  ästhetischen  Erziehung  sollen  Schreiben,  Zeichnen
und  Musik  dienen.  In  Universitäts-  und  anderen  geeigneten  Städten
sind  Kurse  zur  Weiterbildung  einzurichten.  Diesterweg  weist  somit
dem  Seminar  nur  die  Grundlegung  der  Allgemeinbildung  und  die
unmittelbare  Schulung  für  die  spätere  Praxis  sowie  die  formale  Bildung
zu,  welche  die  Befähigung  zur  selbständigen  Weiterbildung  verleiht.

Diese  Lehrpläne  geben  ein  Bild  von  dem  Stand  und  den  Forderungen
  der  Lehrerbildung.  Die  innere  Entwicklung  der  Seminare
und  der  Volksschullehrer  von  1815—1848  ist  eine  gewaltige,  wohl
die  größte,  die  sie  durchgemacht  haben.  Es  war  die  Folge  jener  im
vollen  Umfange  jetzt  nur  noch  schwer  zu  ahnenden  Begeisterung,  die
Pestalozzi  für  das  Volksschulwesen  bis  in  die  höchsten  Kreise  hinein
erweckt  hatte.  So  fingen  denn  auch  die  Volksschullehrer  an,  sich  als
besonderer  Stand  zu  fühlen;  hervorragende  Schulmänner  in  leitender
Stellung  suchten  ihm  eine  Bildung  zu  geben,  die  umfassend  aber  auch
in  die  Tiefe  gehend  war.  Nur  wenige  Namen  seien  genannt:  Dinter
(7  1831),  der  Meister  der  Katechese,  weiter  der  Freiherr  Wilhelm
von  Türk  (7  1846),  der  den  Grundsatz  verfocht,  der  Lehrer  müsse  mehr
wissen,  als  der  Bauernknabe  zu  erfahren  habe,  der  auch  eine  Reihe
von  Lehrbüchern  schrieb  und  von  seinem  Vermögen  ein  jetzt  noch
bestehendes  Lehrerwaisenhaus  stiftete;  weiter  ist  hier  der  oben  erwähnte
  Harnisch  aufzuführen,  der  mit  väterlichem  Wohlwollen  gegen
seine  Seminaristen  die  Beziehungen  zwischen  Schule  und  Kirche  pflegte
und  alle  aus  dem  Lehrerstande  ausschließen  wollte,  die  „seiner  Würde
vorzüglich  geschadet  haben“,  endlich  der  bereits  erwähnte  Diesterweg
(7  1866),  der  „gegen  das  traurige  Vor-  und  Nachsprechen,  gegen  die
traurige  Herrschaft  der  Autorität‘  beim  Unterrichten  kämpfte,  dafür  aber
verlangte,  „daß  der  Lehrer  sich  eigene  Ansichten  bilde  und  darum  alles
näher  erwäge,  nichts  auf  Treue  und  Glauben  hinnchme,  sondern  prüfe
und  untersuche“.  Anregung  zur  Weiterbildung  gab  die  in  Preußen
eingeführte  zweite  Lehrerprüfung;  freie  Konferenzen  und  Vereine  entstanden
  und  entfalteten  einc  rege  Geistestätigkeit,  zu  der  auch  zahlreiche
  neu  entstehende  pädagogische  Zeitschriften  beitrugen.

Es  kann  nicht  gelceugnet  werden,  daß  die  Seminare  und  der
Volksschullehrerstand  sich  zum  Teil  sprungweise  entwickelt  hatten,