Die  Fortbildung.  319

wird  ın  erster  Linie  betrieben,  aber  auch  Methodik  des  Zeichenunterrichts
  und  Kunstgeschichte  werden  gelehrt.  Den  Abschluß  bildet
eine  Prüfung.  Außer  Volksschullehrern  können  sich  auch  andere
Bewerber,  meist  Maler,  Bildhauer  und  Architekten  der  Prüfung  unterziehen,
  sofern  sie  mindestens  das  Zeugnis  zum  Einjährig-freiwilligen
Heeresdienst  besitzen.  Für  Lehrerinnen  findet  die  gleiche  Ausbildung
und  gleiche  Prüfung  statt.

Eine  besondere  musikalische  Weiterbildung  gewährt  das  Königliche
  akademische  Institut  für  Kirchenmusik  in  Berlin.  Es  verfolgt
den  Zweck,  Organisten,  Kantoren,  Chordirigenten  sowie  Musiklehrer
für  höhere  Lehranstalten,  Lehrer-  und  Leehrerinnenseminare  auszubilden.
  Der  Zutritt  ist,  nach  Ablegung  einer  Vorprüfung  in  Musik,
Volksschullehrern  und  solchen,  die  das  Zeugnis  zum  Einjährig-freiwilligen
  Heeresdienst  besitzen,  gestattet.  Der  Unterricht  ist  unentgeltlich
  und  dauert  ein  Jahr,  bei  besonderer  Befähigung  auch  länger.
Als  Lehrgegenstände  werden  verzeichnet:  Klavier-,  Orgel-  und
Violinspiel,  Harmonielehre,  Kontrapunkt  und  Formenlehre,  Gesang
und  Orgelstruktur.  Auf  Grund  einer  Schlußprüfung  wird  ein  Zeugnis
über  die  Verwendbarkeit  des  Inhabers  ausgestellt.

In  betreff'  der  den  Volksschullehrern  freistehenden  Ausbildung
der  Taubstummen-  und  Blindenlehrer  wird  auf  die  besonderen  Abschnitte
  über  den  Unterricht  der  Taubstummen  und  Blinden  verwiesen.


Über  die  vom  Ministerium  hauptsächlich  zur  Ausbildung  als
Seminarlehrer  eingerichteten  Fortbildungskurse  in  Berlin  ist  schon
inm  Abschnitte  Lehrpersonal  gesprochen  worden.

All  diese  Kurse  wollen  eine  vollständige  Sonderausbildung  in
cinzelnen  Zweigen  des  Unterrichtes  geben.  Es  sind  aber  noch  einige
Informationskurse  zu  erwähnen,  die  nur  eine  Informierung  geben  bezw.
eine  schon  vorhandene  Ausbildung  ergänzen  und  vervollständigen
wollen.  Diese  Form  wurde  gewählt,  um  die  im  Amte  stehenden
I.cehrer,  die  infolge  ihres  Berufes  nur  kürzere  Zeit  abkommen  könncn,
mit  den  Fortschritten  besonders  der  sog.  technischen  Fächer  vertraut
zu  machen.

Seit  1899  werden  jeden  Winter  an  der  Königlichen  Kunstschule  in
Berlin  Fortbildungskurse  für  solche  Zeichenlehrer  an  höheren  Schulen
und  an  Lehrerseminaren,  desgleichen  für  Zeichenlehrerinnen  an  Lehrerinnenseminaren
  gehalten,  denen  es  an  einer  regelmäßigen  Vorbildung
oder  der  Ablegung  der  Zeichenlehrerprüfung  mangelt.  Der  Kursus
dauert  fünf  Monate.  Außerdem  sind  an  vielen  Orten  vom  Staate