354  Taubstummen-  und  Blindenunterricht.

zeichnet  ist.  Nach  dem  Inkrafttreten  der  Provinzialordnung  vom
29.  Juni  1875  übernahmen  die  nunmehr  neu  geschaffenen  Provinzialorgane
  die  Verwaltung  der  Taubstummenanstalten  selbst,  soweit  das
nicht  schon  geschehen  war,  wie  in  dem  ehemaligen  Kurhessen,  ın
Nassau  und  Hannover.  Die  vorhandenen  Anstalten  wurden  zweckmäßig
  umgestaltet  und  nach  Bedürfnis  erweitert;  es  erstanden  auch
neue  Anstalten,  und  so  machte  sich  auf  dem  Gebiete  der  Taubstummenbildung
  allerorten  ein  neues  Leben  und  Streben  bemerkbar.
Es  geschah  das  nicht  bloß  in  Preußen,  sondern  auch  in  dem  übrigen
Deutschland,  wo  man  mit  gleichem  Fifer  und  Erfolge  an  der  Ausgestaltung
  der  Taubstummensache  arbeitete.

2.  Der  gewenwärtige  Zustand  der  Taubstummenbildung
bezüglich  der  äußeren  Organisation.

In  Deutschland  bestehen  zur  Zeit  (I%3)  in  folgenden  Orten
Taubstummenanstalten.”,

Gründung»  IL
Anstaltsort  2  Schülerzahl  Lehrkräfte
Jahr

a)  im  Königreich  P’reußen:

Provinz  Ostpreußen:

1.  Angerburg  .  .  .  .  2...  nn  1833  133  15
2.  Königsberg.  2  2  2  2  2  2  2  nn.  1817  148  20
3.  Rössel.  2  2  2  2  2  2  er  2  nn.  1844  68  12
Provinz  Westpreußen:
4.  Danzie  2  2  2  Een  1874  38  4
5.  Marienburg.  .  .  .  2  2  2  222...  1833  110  12
6.  Schlochau  .  .  2  2  2  2  2  2  2.  1873  112  12
Provinz  Pommern:
7.  Köslin.  .  .  2.  2  2  2  2  2  2  2  2.  1860  82  8
8.  Stettin.  2.  22...  en  .  1839  81  9
9.  Stralsund.  .  22...  een  1837  31  3
Provinz  Brandenburg:
10.  Berlin  (Köniel..  .  .  2  2  22...  1788  77  |  11  |
11.  Berlin  (Städt  2  2  2  2  2  nn  2.  1875  196  17
12.  Guben.  2  2  0  En  ren  1891  97  12
13.  Neu-Weißensee  2  2  2  2  2  2  02.  1873  36  4
14.  Wriezen  oo  oo  en  1879  129  15

*)  Nach  Radomskis  „Statistischen  Nachrichten“  über  die  Taubstummenanstalten
Deutschlands  und  deren  T.ehrkräfte  für  das  Tahr  1904.