8  Wohlfahrtseinrichtungen.

Volksschulen  üblichen  Lehrverfahren.  Diese  besonderen  Unterrichtsgebiete
  sind  hauptsächlich  die  verschiedenen  Arten  der  Handfertigkeit,
  die  Fröbelschen  Beschäftigungen,  die  Papp-  und  Holzarbeiten
und  in  einigen  Hilfsschulen  Gartenarbeit,  Formen  in  Ton  oder  Plastilina,
  Matten-  und  Rohrstuhlflechten  u.  dergl.  mehr.

Die  Hilfsschulen  Deutschlands  sind,  wie  sich  aus  der  Sache  selbst
ergibt,  gewöhnlich  verhältnismäßig  kleine  Anstalten.  Selten  sind  mehr
als  200  Kinder  in  einem  Schulhause  vereinigt.  In  ausgedehnten
Stadtgebieten  ist  es  unter  Umständen  recht  schwierig,  wenn  nicht
unmöglich,  sämtliche  der  Hilfsschule  bedürftigen  Kinder  an  einer
Stelle  zu  konzentrieren,  und  es  entsteht  dann  häufig  die  Notwendigkeit,
  in  abgelegenen  Stadtteilen  oder  in  den  Vororten  einzelne  Hilfsklassen
  oder  Rumpfschulen  einzurichten.  Als  Hilfsschulen  im  eigentlichen
  Sinne  können  aber  nur  solche  Anstalten  angesehen  werden,  die
mindestens  zwei  aufsteigende  Klassen  aufweisen.

Wie  in  der  Zahl  der  Klassen  sind  die  deutschen  Hilfsschulen
auch  hinsichtlich  ihrer  Organisation  nach  der  Zahl  der  einander  übergeordneten
  Stufen  verschieden.  Wir  haben  besonders  in  kleinen  Städten
und  dort,  wo  die  Hilfsschulen  erst  seit  kurzem  eingerichtet  sind,  zweistufige
  Organismen.  Eine  große  Anzahl  von  Städten  ist,  wie  Breslau
und  Elberfeld,  aus  Prinzip  bei  dem  dreistufigen  System  stehen  geblieben.
  Andere  haben  vier,  fünf  und  sechs  Stufen  eingeführt.  Die
sechsstufige  Hilfsschule  ist  auf  der  Voraussetzung  einer  achtjährigen
Schulpflicht  vom  vollendeten  sechsten  bis  zum  vierzehnten  Jahre  und
eines  zweijährigen  versuchsweisen  Aufenthalts  des  Kindes  in  der
Volksschule  begründet.  Sie  ermöglicht  auch  dem  schwachsinnigen
Kinde  ein  jährliches  Aufrücken  in  eine  höhere  Klasse.  Wo  die  Hilfsschule
  aus  einer  größeren  Klassenzahl  besteht,  sind  natürlich  Parallelzöten
  eingerichtet.  Die  organisierte  Hilfsschule  steht  meistens  unter
der  Leitung  eines  Fachmannes,  der  den  Rektortitel  führt,  wenn  die
Schule  reicher  gegliedert  ist.

Die  Lehrpersonen,  die  an  diesen  Hilfsschulen  unterrichten,  bedürfen
  für  ihr  schweres  Amt  nicht  nur  besonderer  persönlicher  Eigenschaften,
  wie  Geduld,  Nachsicht  und  Liebe  zu  Kindern,  sondern  auch
einer  fachmännischen  Vorbildung.  In  erster  Linie  kommt  es  natürlich
  auf  eine  in  sich  gefestigte,  ernste  und  liebevolle  Persönlichkeit
  an.

In  den  meisten  Städten  erhalten  die  Lehrkräfte  an  den  Hilfsschulen,
  und  das  sind  in  einigen  Fällen  auch  Damen,  außer  ihrem
etatsmäßigen  Gehalt  Funktionszulagen  von  100  bis  400  M.  Den