10  Wohlfahrtseinrichtungen.

„Der  bis  zur  1.  Klasse  gekommene  Schüler  besitzt  quantitativ
nicht  die  Hälfte  des  für  normale  Kinder  vorgeschriebenen  Wissensstofles;
  es  ist  ihm  aber  alles  das  übermittelt  worden,  was  er  zum
Fortkommen  im  Leben  unbedingt  braucht.  Er  kann  sich  mündlich
und  schriftlich  ausdrücken,  und  seine  schriftlichen  Ergüsse  vermag
jeder,  obwohl  in  diesen  Elaborationen  vielfach  eine  Orthographie
herrscht,  die  der  amtlich  eingeführten  in  vielen  Punkten  nicht  entspricht,
  zu  verstehen.  Im  Rechnen  kann  er  Aufgaben  im  Zahlenkreise
  von  1—1000,  sofern  die  Verhältnisse  nicht  verwickelter  und  zusammengesetzter
  Art  sind,  lösen;  namentlich  ist  er  geschickt  gemacht
worden,  Aufgaben,  den  Forderungen  des  täglichen  Lebens  Rechnung
tragend,  auszurechnen.  Er  ist  auch  gewöhnt  worden,  die  schriftliche
Ausrechnung  in  sauberer,  übersichtlicher  Form  zu  bieten.  Rechnungen
  und  Quittungen,  Brief-  und  Paketadressen  usw.  schreibt  er  so,
wie  der  Gebrauch  oder  die  gesetzlichen  Bestimmungen  dies  erheischen.
  Seine  Heimat  kennt  er;  namentlich  ist  er  mit  den  Verkehrsverhältnissen
  gut  vertraut;  über  die  Gewinnung  heimatlicher
Produkte  und  über  deren  Nutzen  im  Haushalte  der  Natur  und  im
Menschenleben  kann  er  urteilen.  Er  ist  auch  kein  Ignorant  in  der
Geschichte  seines  Volkes.  Die  Verdienste  solcher  Männer,  die  in  besonderer
  Weise  dem  Vaterlande  oder  der  gesamten  Menschheit
Nutzen  gebracht  haben,  weiß  er  zu  würdigen.  Zu  seinem  Gott  ist  er
durch  das  Schulgebet,  in  dem  je  nach  Lage  der  Verhältnisse  auch
der  Beziehungen  des  einzelnen  Schülers  gedacht  wird,  und  durch  zahllose
  lichtvolle  Hinweise  auf  Gottes  Treue  geführt  worden;  er  weiß,
warum  er  den  Namen  Christ  führt,  und  welche  Hoffnung  der  Christ
im  gläubigen  Herzen  trägt.  Kann  er  auch  nicht  viel  Sprüche  und
Liederverse  auswendig:  die  Gebote,  das  Glaubensbekenntnis,  das
Vaterunser,  verschiedene  Lebenssprüche  und  einige  Kernlieder,  atmend
den  Geist  des  Vertrauens  zu  Gott  und  zu  dessen  väterlichem  Walten,
sind  ihm  in  Fleisch  und  Blut  übergegangen.  Als  Wahlspruch  seines
Lebens  ist  ihm  das  Wort  Tob.  4,  7  gegeben  worden.  Immer  und
immer  wieder  ist  Ermahnung  zum  Gehorsam  gegen  Gott,  den  König
und  die  staatlichen  Ordnungen  ergangen,  und  zum  Gehorchen  ist  er
gewöhnt  worden.

Erwägt  man  ferner,  wie  sehr  die  schwachsinnigen  Schüler  in
praktischen  Arbeiten  geübt  worden  sind,  und  hat  man  Gelegenheit
gehabt,  zu  beobachten,  wie  bei  öffentlichen  Ausstellungen  der  gefertigten
  Arbeiten  Worte  der  Anerkennung  gezollt  wurden,  erinnert
man  sich  auch  des  Dankes,  den  die  Eltern  der  gesamten  Tätigkeit