34  Wohlfahrtseinrichtungen.

der  Volksschule  von  der  großherzoglichen  Regierung  genehmigt.  Es
wurde  demselben  wöchentlich  eine  Stunde  für  jede  Klasse  besonders
zugewiesen.  Der  Unterricht  begann  gleichzeitig  mit  dem  Formen  ın
Plastilina  und  Ton  (Klasse  6,  drittes  Schuljahr)  und  mit  Papparbeit
in  Klasse  4  (fünftes  Schuljahr.  Das  Formen  wurde  im  nächsten
Jahre  in  Klasse  5,  die  Papparbeit  in  Klasse  3  fortgesetzt.  Auch  in
den  beiden  untersten  Klassen  wurden  Versuche  mit  dem  Formen  in
Verbindung  mit  dem  Anschauungsunterricht  gemacht;  dem  Schnitzen
sollen  die  beiden  letzten  Schuljahre  gewidmet  werden,  und  es  sind  im
laufenden  Jahre  bereits  Versuche  damit  gemacht  worden.  Es  würde
sich  demnach  der  Werkunterricht  in  Worms  in  folgender  Weise  gestalten:
  Klasse  VIII  und  VII  (erstes  und  zweites  Schuljahr):  Stäbchenlegen
  und  dergleichen,  sowie  Formen  in  Ton  in  Verbindung  mit
Stäbchen  als  Teil  des  Anschauungsunterrichts;  Klasse  VI  und  V:
Formen  in  Ton;  Klasse  IV  und  III:  Papparbeiten;  Klasse  II  und  I:
Holzschnitzarbeiten.  Mit  dem  Formen  in  den  Klassen  VII  bis  \
wird  auch  das  malende  Zeichnen  verbunden  und  so  dem  Freihandzeichnen
  (künstlerischen  Zeichnen)  vorgearbeitet;  bei  dem  letzteren  wird
auch  in  den  Klassen  IV—I  das  Formen  herangezogen.  Mit  den
Papparbeiten  ist  das  geometrische  Zeichnen  verbunden;  zugleich
werden  beide  mit  der  Raumlehre  in  Verbindung  gesetzt.  Mit  den
Holzschnitzarbeiten  treten  das  freie  wie  das  gebundene  Zeichnen  in
Verbindung.  Wie  das  Zeichnen,  so  wird  auch  das  Formen  im  Sachunterricht
  als  Darstellungsmittel  verwertet.

Unter  den  Kursen  für  fakultativen  Handarbeitsunterricht  für
Knaben  in  der  Volksschule  verdienen  in  Deutschland  u.a.  die  Einrichtungen
  in  der  Stadt  Charlottenburg  erwähnt  zu  werden.  An  dem
Unterrichte  können  Schüler  der  obersten  Klassen  der  Gremeindeschulen,
  der  höheren  Schulen  und  der  Hilfsschulen  teilnehmen.

Für  die  Oberklassen  der  Gemeindeschulen  bestehen  zwei
städtische  Schulwerkstätten,  die  eine  in  einem  dazu  eingerichteten
älteren  Gebäude  (Kirchstraße  4),  die  andere  in  einem  Raum  der  1.
Gemeindeschule,  Joachimsthalerstr.  31/32;  für  ein  in  der  Suarezstrafe
im  nächsten  Jahre  zu  erbauendes  Schulhaus  ist  die  Anlage  eines
großen  Saales  für  die  Handfertigkeit  vorgesehen.

In  diesen  Werkstätten  werden  Knaben  aus  den  ersten  Klassen
der  Gemeindeschule,  nach  ihren  Schulen  in  Kurse  vereinigt,  unterrichtet.
  Die  Aufsicht  steht  dem  Rektor  der  betreffenden  Schule  zu;
auch  als  Leiter  der  Kursc  werden  tunlichst  Lehrer  aus  der  betreffenden

  Schule  verwendet.