Ergänzungen  und  Erweiterungen  des  Unterrichts  der  Volksschule.  35

Die  Beteiligung  ist  freiwillig.  Doch  melden  sich  von  den  Schülern
  meist  mehr,  als  aufgenommen  werden  können.  Die  Rektoren
treffen  die  Auswahl.  Sie  sehen  darauf,  daß  der  Knabe  mindestens
noch  ein  volles  Jahr  der  Schulpflicht  vor  sich  habe.

Jede  Schule  arbeitet  wöchentlich  zwei  Stunden  hintereinander
mit  zwei  Kursen,  je  einem  Hobelkursus  und,  jährlich  wechselnd,  einem
Schnitz-  oder  Pappkursus.  Der  Unterricht  fällt  außerhalb  der  Schulzeit
  auf  die  Nachmittage.  Er  ist  für  die  Schüler  völlig  unentgeltlich.
Alle  Werkzeuge  und  Materialien  werden  aus  städtischen  Mitteln  geliefert.
  Die  angefertigten  Gegenstände  werden  zum  größten  Teile
Eigentum  der  Kinder.  Die  technische  Oberleitung,  die  Anschaffung
der  Materialien  und  die  Verwaltung  der  im  Etat  ausgesetzten  Mittel
besorgt  ein  Lehrer  als  Werkstattsvorsteher.

Für  den  Hobelkursus  werden  höchstens  12,  für  die  anderen
Kurse  höchstens  20  Schüler  angenommen.  Zurzeit  arbeiten  im
ganzen  22  Kurse  mit  zusammen  350  Schülern.

Für  den  Handfertigkeitsunterricht  hat  die  Stadt  Charlottenburg
im  laufenden  Jahre  1903  folgende  Summen  aufgewendet:

für  die  Gemeindeschulen  .  .  .  .  5032  M.
„  Realgymnasium  .  .  100  „
„  Oberrealschle  .  .  .  .  .  ...4500  „
„  Kaiser  Friedrichschulle  .  .  .  .  1000  „
„  Realschle  .  .  .  .  .  2.2.4100  „
„  Gymnasium  .  .  .  2  22.2...  M00  „

„  erste  und  zweite  Hilfsschule  .  .  400  ,„

zusammen  10432  M.

Dem  Handarbeitsunterricht  liegen  in  den  meisten  Schulen  methodisch
  sorgfältig  aufgebaute  Normallehrgänge  und  Vorlagenwerke
zugrunde,  wie  z,  B.  die  Handarbeitsvorlagen  der  Leipziger  Schülerwerkstatt
  und  der  Lehrgang  der  Hobelbankarbeit  der  Lehrerbildungsanstalt
  in  Leipzig.  Zur  Orientierung  über  diesen  Uhnterrichtszweig
dienen  die  „Blätter  für  Knabenhandarbeit“,  herausgegeben  von  dem
Direktor  des  Lehrerseminars  des  Deutschen  Vereins  für  Knabenhandarbeit
  Dr.  A.  Pabst,  Scharnhorststraße  19  in  Leipzig.

In  Berlin  ist  kürzlich  auf  Anregung  des  Preußischen  Unterrichtsministeriums
  der  Versuch  gemacht  worden,  den  Unterricht  an
der  Hobelbank  mit  dem  Zeichenunterricht  in  den  oberen  Klassen
der  Volksknabenschulen  in  organische  Verbindung  zu  setzen,  und  ist
zu  diesem  Zweck  eine  Werkstatt  an  einer  Gemeindeschule  eingerichtet
  worden.

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